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Förderverein kümmert sich um das Projekt "Denkmal erleben" / Mit Kopfhörer zum "Willem"?

Kaiser Wilhelm I. erzählt aus seiner Zeit

Porta Westfalica (mt). Der heimische Denkmal-Förderverein möchte ein neues Projekt auf die Beine stellen: Es trägt den Titel "Denkmal erleben".

Wahrzeichen von Porta Westfalica: Seit 111 Jahren steht das Kais

Dr. Gerhard Franke und Kai Abruszat vom Vorstand des Denkmal-Fördervereins haben jetzt den bevorstehenden 111. "Geburtstag" des Denkmals und den zehnten des Fördervereins zum Anlass genommen, um im Hotel "Der Kaiserhof" über die Arbeit des Vereins zu berichten. Dabei sollen die Besucher mit Hilfe von Kopfhörern Wissenswertes über das Kaiser-Wilhelm-Denkmal und die Besonderheiten der Porta Westfalica erfahren. Angelehnt ist dieses "Kopfhörer-Projekt" an zeitgemäße Führungen in Museen, von denen inzwischen viele moderne Medien zur Museums-Erkundung anbieten. Nach dem letzten größeren Projekt vor drei Jahren, als Informationstafeln an dem Monument installiert worden waren, ist es zuletzt um den Förderverein etwas ruhiger geworden. Nun aber wollen sich die Verantwortlichen wieder verstärkt um das Denkmal kümmern und den Besuchern mit Hilfe der Technik leichteren Zugang zu Informationen verschaffen. "Die Kenntnisse vieler Besucher über das Denkmal, seine Bedeutung und die Region sind nach wie vor recht bescheiden", hat Franke in Gesprächen festgestellt. Wie Kai Abruszat erklärte, hat das Land Nordrhein-Westfalen in diesem Jahr einen Fördertopf für "die kulturtouristische Erschließung von Stätten mit regionaler und überregionaler Bedeutung" zur Verfügung gestellt. Der Verein hat deshalb einen entsprechenden Förderantrag gestellt, zu dem Bezirksregierung und dasKulturbüro für Ostwestfalen-Lippe Stellungnahmen abgeben, bevor am Ende die Staatskanzlei in Düsseldorf über die Vergabe der Gelder entscheidet. Laut Abruszat hat das Projekt "Denkmal erleben" gute Chancen, mit 20 000 Euro gefördert zu werden. "Ich gehe davon aus, dass noch in diesem Jahr eineEntscheidung fällt." Sollte das Projekt zustande kommen, wird die heimische Gastronomie eingebunden. In Hotels und Gaststätten sollen dann die Kopfhörer gegen Gebühr angeboten werden. Die Kontakte zur Gastronomie stellt der Stadtmarketingverein Idee pro Porta her. In einem zweiten Schritt könnten dann die Kopfhörer auch direkt am Denkmal angeboten werden, wo sich an Wochenenden bei gutem Wetter oft mehrere hundert Tagestouristen tummeln. Wichtig ist dem Förderverein, dass auch jüngere Besucher von dem Kopfhörer-Projekt profitieren. So könnte Kaiser Wilhelm I. in Ich-Form von seiner Person, dem Denkmal und der damaligen Zeit erzählen. "So wird Geschichte auch für Kinder spannend", sagt Abruszat. Neben einem verbesserten Zugang zu Informationen will sich der Förderverein auch stärker um das Erscheinungsbild der unmittelbaren Denkmal-Umgebung kümmern. Das Monument ist nämlich im Laufe der Jahre immer weiter zugewachsen. Gerhard Franke hat bei Ortsbesichtigungen festgestellt, dass "unten" in den Dörfern der Porta Westfalica allenfalls noch der Baldachin zu sehen ist. Auch die "Kaiser-Perspektive" oben am Denkmal ist durch Bäume verstellt. "Der Blick in die Porta ist kaum möglich, die Gegend nicht mehr erfahrbar", sagt Franke. Vor allem ältere und behinderte Besucher, die die schmalen Stufen zur Hochterrasse nicht bewältigen könnten, hätten auf der unteren Ebene kaum eine Chance, das Weserdurchgangstal zu erblicken. Deshalb soll nun mit Hilfe der zuständigen Behörden und privater Waldbesitzer nach einer umfassenden Lösung gesucht werden, um "die Waldkulisse zurückzunehmen", wie Franke sagt. "Es geht hier nicht um Kahlschlag, sondern auch um einen sinnvollen Beitrag zur Waldverjüngung." Außerdem denkt man im Förderverein über geführte Denkmalerkundungen nach sowie über Ergänzungen auf den Informationstafeln in beispielsweise englischer Sprache, um ausländischen Besuchern das Verständnis zu erleichtern. Eine weitere Idee: der Bau einer Aussichtsplattform. Mittels Feuerwehr und Drehleitereinsatz soll demnächst simuliert werden, welche Höhe dafür nötig ist.

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