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Schlamm-Prozess: Anwalt des Geschädigten beantragt Anlegung eines Grünstreifens an der Hauptstraße

Kahle Ackerlandschaft birgt Erosionsgefahr

Eimbeckhausen (st). Noch keine Einigung im Schlamm-Prozess: Ob der bebersche Landwirt, von dessen Feld im Herbst 2009 große Mengen Schlamm über die Eimbeckhäuser Hauptstraße in anliegende Häuser flossen, Maßnahmen zur Verhinderung solcher Vorfälle in der Zukunft ergreifen muss, bleibt auch nach dem Ortstermin an der Bakeder Straße offen. Der Anwalt des geschädigten Klägers – dessen Haus 2009 volllief und der zusätzlich durch einen schlammbedingten Unfall seine Fingerkuppe einbüßte – hat einen Unterlassungsantrag gestellt mit der konkreten Forderung an den Landwirt, am unteren Rand des Feldes an der Hauptstraße einen Grünstreifen anzulegen. Zu diesem Antrag müssen die Parteien nun voraussichtlich bei einem weiteren Anhörungstermin Anfang Februar Stellung nehmen.

Diesen Hang hinab ist im Herbst 2009 der Schlamm geflossen.  st

Zu dem Ortstermin am Schlammfeld an der Ecke Bakeder Straße und Hauptstraße hatte die zuständige Richterin des Hamelner Amtsgerichtes Sabine Quak eingeladen. Sie wollte sich vor einer möglichen Urteilsverkündung selbst ein Bild von der Situation vor Ort machen. Nach der Erstellung eines vom Gericht in Auftrag gegebenen Gutachtens, das zugunsten des Landwirtes ausfiel, hatte der Kläger ein Gegengutachten erstellen lassen.

Der vom Gericht eingesetzte Sachverständige, Hartwig Drechsler aus Göttingen, musste jetzt der Richterin noch einmal die grundlegenden Erkenntnisse seines Gutachtens vor Ort erläutern. Fazit: Die vom Kläger angeregte Änderung der Bearbeitungsrichtung des Feldes würde laut Drechsler die Gefahr einer Schlammlawine nur erhöhen. Würden die Rillen durch die Grubber-Bearbeitung nicht mehr in Längs-Richtung den Hang hinabverlaufen, sondern quer zum Hang, dann würde sämtliches Wasser in eine Senke laufen und der sogenannte Erosionsdruck würde steigen. Zu deutsch: „Das Wasser würde sich sammeln und gebündelt den Hang hinabströmen“, sagte Drechsler.

Der Landwirt könne wenig tun, um solche Vorkommnisse in Zukunft zu verhindern, resümierte Drechsler. Auf die Aufforderung der Richterin hin, mögliche Lösungen für das Problem zu nennen, sagte der Sachverständige: „Wir haben es hier mit einer ausgeräumten Ackerlandschaft zu tun, das Wasser kann ungehindert von Feld zu Feld und dann ins Tal hinabfließen. Eine Gliederung durch Bewuchs wäre eine sinnvolle Maßnahme.“ Und ein Grünstreifen zur Straße hin? „Ein Stück Wiese würde sich immer positiv auswirken, weil es den Boden verfestigt, aber gegen solche Mengen Schlamm wie im Herbst 2009 würde ein Stück Grünfläche am unteren Hang nichts bringen“, so Drechsler. Der Kläger bleibt bei seiner Forderung und muss jetzt weiter abwarten, ob er auch zukünftig mit der Gefahr von Schlammlawinen leben muss.



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