weather-image
33°

Kabarett in Bad Münder: Gieseking bringt Merkel mit

BAD MÜNDER. Er hatte sie alle an der Strippe: Kanzlerin Angela Merkel, Diktator Kim Jong-un, US-Präsident Donald Trump. Warum Nordkoreas Herrscher weiter aufrüstet? Na, damit ihn niemand mehr als kleines dickes Kind sieht. Dieses Telefonat ist – natürlich – fiktiv. Ausgedacht von Kabarettist Bernd Gieseking.

Auf Einladung des Wilhelm-Gefeller-Kulturvereins stellt Kabarettist Bernd Gieseking aktuelle Texte vor. Etwa 60 Gäste lauschen den fiktiven Anrufen mit der Politikprominenz, FOTO: VOIGTMANN

Autor

Horst Voigtmann Reporter

Gieseking war jetzt im Bildungszentrum der Industriegewerkschaft zu Gast.

Nicht nur den Diktator, auch die Kanzlerin nahm Gieseking humorvoll auf die Schippe: „Wenn man was sagt, dann macht man doch leicht was falsch. Da mach ich doch lieber nichts und sitze es aus“, berichtet der Kabarettist von dem Telefonat. Sogar die britische Premierministerin Theresa May melde sich bei ihm. Eigentlich wolle sie den EU-Austritt gar nicht, aber jetzt habe sie nun einmal den Auftrag dazu, den Brexit auch durchzuführen. Mit viel Humor – und vielleicht auch an der einen oder anderen Stelle etwas Wahrheit – begeisterte er sein Publikum.

Im Gepäck hatte Gieseking Neues aus dem „Bernd-sein-Zimmer“: Texte, Kolumnen und Radio-Stücke von „Klingeling bei Gieseking“. Seit vielen Jahren ist er mit Soloprogrammen auf den Bühnen unterwegs. Auch in Bad Münder brilliert der Kolumnist der Zeitung „Taz“ mit gekonnten Wortspielen und gelegentlich verblüffenden, aber immer wieder treffenden Pointen. Mal philosophisch, mal sentimental, dann wieder komisch.

Nicht nur für die Politik interessiert sich der Künstler, auch für Finnland. Aus ganz persönlichen Gründen, weil sein jüngerer Bruder dort lebt und er ihn gerade mit seinen Eltern besucht hatte, erzählt er dem Publikum. Und das erfährt nebenbei, warum die Finnen beim Pisa-Vergleich immer so gut abschneiden: Die Ungarn und Finnen seien vom Ural an die Ostsee gekommen – dort standen zwei Schilder. Eines zeigte nach Süden. Darauf stand: fruchtbares Land, viel Sonne, warm. Das andere Schild zeigte in Richtung Norden: Karges Land, ein halbes Jahr ist es dunkel, kalt, viele Mücken.

„Alle die lesen konnten, sind nach Süden gezogen. Das passiert uns nicht noch einmal, sagten sich die Finnen und schneiden seither bei Pisa Studien immer so gut ab“, lautete Giesekings Begründung. Darüber hinaus reimt er auch humorvolle und bissige Gedichte, wie die Liebesode an eine Waldorflehrerin.

Begeistert von den satirischen Texten zwischen Analyse und Hoffnung, aber immer komisch, dankten ihm rund 60 Gäste für den kurzweiligen und humorvollen Abend mit lang anhaltenden Applaus – und bekam noch eine Zugabe.



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt