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„Junge Ärzte stärker motivieren“

BAD MÜNDER. Im Saal der Ziegenbuche werden Kaffee und Kuchen gereicht, ein besonderer Gast hat sich angekündigt: Annette Widmann-Mauz, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit, zudem Bundesvorsitzende der Frauen Union.

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VON JENS RATHMANN

Die Gesundheitspolitikerin aus Tübingen ist auf Niedersachsen-Tour, die Kommunalwahl wirft ihre Schatten voraus.

Im Saal warten die Zuhörer – bis auf wenige Ausnahmen CDU-Mitglieder wie die Referentin – auf das, was ihnen die Politikerin zum Thema „Medizinische Versorgung im ländlichen Raum“ zu sagen hat. Wie die aussieht, dazu haben die meisten Zuhörer im Saal eine eigene Vorstellung, als stellvertretender Kreisvorsitzender stellt Hans-Ulrich Siegmund zumindest aber einige Zahlen vor. Die stammen zwar aus dem Jahr 2012, verdeutlichen aber die Tendenz: Im Kreisgebiet komme durchschnittlich ein Arzt auf 1421 Einwohner – wobei differenziert werden müsse: In Hameln liege das Verhältnis bei 1 zu 1219, in Coppenbrügge hingegen komme ein Arzt auf 3640 Einwohner.

„Mittlerweile ist das Thema medizinische Versorgung, selbst wenn es im ländlichen Raum kumuliert, in allen Regionen angekommen“, sagt Widmann-Mauz. Selbst in Großstädten gebe es vermeintlich „ländliche Regionen“, in denen die Versorgung mit bestimmten Fachärzten und Hausärzten aus Sicht mancher auf Dauer nicht mehr gesichert scheine. Als eine Ursache werde dabei die demografische Entwicklung genannt. Die Gesellschaft „entjünge“ – das Verhältnis zwischen älteren und jüngeren Menschen verändere sich deutlich. „Für Niedersachsen sagen die Fachleute voraus, dass es Landkreise geben wird, in denen in den kommenden 14 Jahren die Bevölkerung um ein Viertel zurückgehen wird“, so die Politikerin. Und diese Entwicklung fordere die Verantwortlichen im Gesundheitswesen besonders heraus, die Versorgung gerade einer immer größeren Zahl immer älterer Menschen in ländlichen Regionen beschäftige die Politik. „Wir müssen die gute Ausgangslage, die wir in der Bundesrepublik haben, jetzt nutzen, die Weichen zu stellen, damit wir auch in den kommenden Jahren noch eine positive Entwicklung darstellen können.“

Drei maßgebliche Aspekte habe sie dabei im Blick, die besonders auf die Versorgung im ländlichen Raum zielten: Die Stärkung des Berufs des Hausarztes gehöre dazu („Wir müssen junge Ärzte noch stärker motivieren und den Beruf des Hausarztes von dem Klischee, mit dem er behaftet ist, befreien“), aber auch die sektorübergreifende Versorgung chronisch Kranker, mehrfach Erkrankter. „Ihre Zahl wird in den kommenden Jahren deutlich steigen, und da geht es nicht mehr nur um die Betrachtung einer einzelnen Heilbehandlung, es geht darum, wie verschiedene Behandlungen zusammenwirken können, wie Fachbereiche miteinander kooperieren.“ Ein dritter Aspekt seien Innovationen in der Medizin, auch neuste Entwicklungen in der Informationstechnologie müssten im Interesse der Patienten genutzt werden.



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