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Jugendmusikschule bildet für die Feuerwehr junge Musiker aus

BAD MÜNDER. Seit drei Wochen lernen sieben Kinder in der Jugendmusikschule den Umgang mit Blasinstrumenten, die im Feuerwehrmusikzug zum Einsatz kommen. Es ist Teil einer Kooperation mit der Feuerwehr Bad Münder. Mit dem qualifizierten Unterricht soll das Blasorchester der Jugendfeuerwehr unterstützt werden.

Den Luftstrom dosieren, dann gibt’s die ersten Töne: Die Jugendmusikschule führt Schüler an die Instrumente heran. Foto: Huppert

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Christoph Huppert Reporter

Die Töne, die Toja, Nika und Maximilian auf den Trompeten erzeugen, sind ohrenbetäubend. Mit Engelsgeduld versucht der aus Kirgisistan stammende Musiklehrer Roman Plaskov Ordnung ins Chaos zu bringen. Und er ist optimistisch: „Das wird schon“, sagt der 52-Jährige. „Es ist erst die zweite Unterrichtsstunde.“

Seit drei Wochen lernen sieben Kinder im Rahmen einer Kooperation mit der Freiwilligen Feuerwehr Bad Münder die im Feuerwehrmusikzug zum Einsatz kommenden Blasinstrumente. Für den Vereinsvorsitzenden der Jugendmusikschule Bad Münder, Andreas Seidel, ist das eine gleich vierfache Win-Win-Situation. Win-Win-Win-Win. „Zum einen führen wir Eltern an die Musik heran, die sonst nicht zu uns gekommen wären. Zweitens bekommen die Kinder qualifizierten Musikunterricht, dann wird die Feuerwehr beim Aufbau eines Jugendfeuerwehr-Blasorchesters unterstützt und natürlich hoffen auch wir von der Musikschule auf neue Schülerinnen und Schüler.“

Auch Annika Klose, die Mutter des achtjährigen Marvin, hat ihren Sohn angemeldet. „Er will unbedingt Schlagzeug lernen“, erklärt sie. „Alleine könnten wir das nicht leisten“, freut sich auch die stellvertretende Musikzug-Führerin Anke Sprenger. „Wir haben derzeit 28 Musiker im Zug mit ziemlich hohem Altersdurchschnitt. Und die Zahl unserer Ehrenamtlichen, die diese Aufgabe übernehmen könnten, sinkt.“

Die professionelle Hilfe der Musikschule und ihrer Lehrer schätzt auch der Leiter des Feuerwehrmusikzuges, Wilfried Hartje. „Von Flöten bis Tenorhörnern, wir brauchen alle in einem Blasorchester vorkommenden Instrumente.“

Das im Landkreis einzige Projekt dieser Art ist auf ein halbes Jahr verabredet. Dann soll Zwischenbilanz gezogen werden. „Wir hoffen aber auf ein mehrjähriges Projekt“, so Sprenger. „Es ist nämlich höchste Zeit für Nachwuchs. Unser Ziel ist deshalb eine dauerhafte Zusammenarbeit“

Finanziell unterstützt hat das Projekt der Förderverein der Feuerwehr. Am Ende der zweiten Übungsstunde kann das kleine Bläser-Trio schon einen gemeinsamen Ton halten. „Sehr gut“, lobt Roman Plaskov. Aber er weiß nach den ersten Stunden auch: Er hat noch viel Arbeit vor sich.

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