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Jugendbegegnung auf der Bühne

Im Saal der Martin-Luther-Gemeinde in Hameln herrscht konzentrierte Probenatmosphäre. Zusammen mit Johanna Abend und einigen Mitgliedern des Jungen Theaters St. Magnus aus Beber führt Peggy Zawilla Regie. Geprobt wird ein von Jugendlichen aus Südafrika und dem Kirchenkreis Hameln-Pyrmont selbst geschriebenes Stück.

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Autor:

Christoph Huppert

„Hier kann ich Hobby und Beruf verbinden“, sagt Peggy Zawilla, die im Kirchenkreis für die Koordination des Bundesfreiwilligendienstes zuständig und zugleich als Regisseurin des „Didel-Dadel-Dum“-Theaters eine erfahrene Amateur-Theatermacherin ist.

Drei Wochen lang sind die jugendlichen Gäste aus Südafrika zu Gast im Kirchenkreis. Viele von ihnen sind bei Gasteltern auch in Bad Münder untergebracht.

„Der Austausch ist Teil unserer seit zehn Jahren bestehenden Partnerschaft zwischen unserem Kirchenkreis und dem in Kalahari. Wir besuchen uns jedes Jahr abwechselnd. Nach unserem Besuch im vergangenen Jahr sind jetzt die Südafrikaner bei uns zu Gast“, erklärt Zawilla.

Die Vorbereitung des gemeinsam verfassten Theaterstückes hat die Unterschiede der jugendlichen Lebens- und Erfahrungswelten deutlich gemacht. Zawilla: „Bei uns geht es um Ängste, um Depressionen, Stress und Mobbing, die Südafrikaner haben handfestere Probleme, etwa die Frage, wie versorge ich meine Geschwister, wenn die Eltern an AIDS gestorben sind.“ Offensichtlich ist auch, dass den Gästen Gesang und Rhythmus einfach im Blut liegen. „Die können alle tanzen und singen, bei uns ist das wohl auf wenige beschränkt“, meint Peggy Zawilla.

Im Stück geht es um die gemeinsame Vorbereitung eines Wettbewerbs, an dem Erstsemester beider Länder teilnehmen. Dabei erzählen sich die Jugendlichen Geschichten aus ihren unterschiedlichen Lebenswelten.

Weil die südafrikanischen Jugendlichen überwiegend „Afrikaans“ sprechen und kein Deutsch verstehen, muss die Regie auf Englisch als Lingua Franca, als vermittelnde Sprache, genutzt werden.

„Für die Südafrikaner, die ja vom Rand der großen Wüste Kalahari kommen, ist ein Besuch im Schwimmbad wie bei uns in Bakede ein Super-Erlebnis“, berichtet Peggy Zawilla. „Dass hier alles grünt und blüht, hat die afrikanischen Jugendlichen ebenfalls stark beeindruckt. „Die fühlen sich hier wie im Dschungel, und wir wollen auf jeden Fall vor ihrer Abreise noch einen Besuch in Herrenhausen machen“, kündigt Zawilla an.

Am nächsten Mittwoch geht der dreiwöchige Aufenthalt der Afrikaner im Landkreis zu Ende. Am Sonntag aber öffnet sich im Sägewerk in Lauenau erst einmal der Vorhang für das gemeinsame Theaterstück. Beginn ist um 17 Uhr. „Damit die Zuschauer und wir auch rechtzeitig zum EM-Finale wieder zuhause sind“, schmunzelt Peggy Zawilla. Der Eintritt zu der Aufführung ist frei, um Spenden wird gebeten.

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