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Nach wie vor viel zu viel Verkehr in der Fußgängerzone - der Rat will mit einer Sperre Abhilfe schaffen

Jetzt soll ein Poller die Durchfahrt verhindern

Bückeburg (rc). Durch die Fußgängerzone fahren nach wie vor viel zu viele Autos. Besonders in den Sperrzeiten zwischen 11 und 5 Uhr ist eine besondere Zunahme des Verkehrs zu beobachten. Das haben jedenfalls Politiker und die Verwaltung beobachtet - und wollen reagieren. In den nächsten Wochen soll in den zuständigen Fachausschüssen beraten werden, was gemacht werden kann. Das war die einhellige Meinung während der Ratssitzung in der vergangenen Woche, als der SPD-Ratsherr Wolfhard Müller unter dem Tagesordnungspunkt Anfragen und Anregungen das Thema anschnitt - das übrigens so alt ist wie die Fußgängerzone.

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"Das Durchfahren wird immer verheerender, die Fahrer immer dickfälliger. Lieferanten halten sich an überhaupt keine Zeit", regte sich Müller auf. Dabei sei die Vielzahl der Geschäfte von den rückwärtigen Bereichen aus zu erreichen. "Wir müssen etwas tun, gerade im Hinblick darauf, dass wir uns als Touristenstadt etablieren wollen." Beobachtungen, die beiCDU-Fraktionschef Christopher Wuttke - "sie rennen bei mir offenen Türen ein" - und Bürgermeister Reiner Brombach - "ich begrüße den Vorschlag sehr" - sofort auf offene Ohren stießen. Wuttke: "Es muss ein Regulativ geben." Brombach: "Viele fahren auch in Bückeburg durch die Fußgängerzone, in der Kenntnis, dass das Risiko, erwischt zu werden, sehr gering ist." Der Bürgermeister wies darauf hin, dass sowohl das Ordnungsamt als auch die Polizei "nach Kräften" kontrollieren würden. Auf breite Zustimmung stieß jedenfalls ein Vorschlag Müllers, künftig die Durchfahrt durch versenkbare Poller zu regeln, ähnlich einem Beispiel in einigen süddeutschen Städten. Während der Sperrzeiten ist der Poller oben und kann bei Bedarf von Rettungs- und Einsatzkräften mit einer Fernbedienung versenkt werden. Außerhalb der Sperrzeiten ist der Poller dann grundsätzlich versenkt. Ein Poller in der Mitte der Fußgängerzone etwa in Höhe des "Bücki" sei völlig ausreichend, meinte Müller: "Wer reinfährt und drehen muss, weil er nicht durchkommt, merkt sich das sicherlich." Mit der Platzierung mitten in der Fußgängerzone und nicht an den Einfahrten könnte auch das Problem gelöst werden, dass einigeAnwohner der "Zone" Sondergenehmigungen besitzen, um ihre Parkplätze an ihren Häusern anfahren zu können. Auf Anfrage meinte auch der Chef des Bückeburger Stadtmarketing, Sønke Lorenzen, dass Poller die einzige, aber sicherlich zu teure Lösung seien. E plädierte dafür, durch mehr Polizeipräsenz und "Knöllchen verteilen" das Problem zu lösen. Nach seinen Beobachtungen seien es auch weniger Bückeburger, die durch die "Zone" fahren, sondern Auswärtige. Viele von ihnen würden aber auch umkehren, wenn sie von Passanten auf das Verbot aufmerksam gemacht worden seien. Um den Pkw-Verkehr fernzuhalten, plädierte Lorenzen dafür, die Fußgängerzone mit noch mehr Leben zu erfüllen. An Wochenende mit den vielen Veranstaltungen sei dies weniger ein Problem. Aber wenn Gastronomie und Geschäfte unter der Woche mehr nach außen gehen und noch mehr anbieten würden, wäre der Verkehr sicherlich heraus zu halten. Zum Lieferverkehr merkte er an, dass das in anderen Städten auch klappt. "Wer dort in der Sperrzeit ausliefert, holt seine Sackkarre heraus." Als vorerst letzten Versuch hatte die Stadt vor zwei Jahren versucht, durch die Schaffung einer "Torsituati- on" die Ein- und Ausfahrt der Fußgängerzone besser herauszustellen. Blumenkübel, aber auch Tische und Stühle der Gastronomie sind in die Fahrbahn hineingerückt worden - offensichtlich immer noch nicht weit genug.



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