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Agaplesion stellt sich Mitarbeitern vor / Integrationsteam nimmt Arbeit auf

Jetzt sind die Konzernchefs aus Frankfurt am Zug

Landkreis (ll). Gemeinsam ins Gespräch kommen, hinter den Namen auch entsprechende Gesichter kennenlernen und deutlich zeigen, dass die gemeinnützige Frankfurter Aktiengesellschaft Agaplesion bei der Einbindung von Schaumburgs Krankenhäusern in den Großkonzern eine integrative Managementstruktur pflegt – das waren die Absichten, mit denen die Agaplesion-Vorstände aus Hessen ins Schaumburger Land reisten. Gestern stellten sich die Vorstände den Mitarbeitern der Häuser aus Rinteln, Bückeburg und Stadthagen vor. Knapp 200 der 1100 Beschäftigten erschienen im großen Bückeburger Rathaussaal, um Fragen zu ihrer Zukunft zu stellen. Öffentlich war diese Informationsveranstaltung nicht, dennoch sind es insbesondere zwei Punkte, die den Mitarbeitern auf den Nägeln brennen.

Wie Agaplesion-Vorstand Jörg Marx im Anschluss vor Vertretern der Presse erklärte, geht es hierbei im Wesentlichen um die generelle Arbeitsbelastung in den Krankenhäusern und – das ist Dauerbrennerthema – die künftige Organisation des Arbeitsrechts. Dabei stehen die Krankenhausbetreiber vor einem Grundsatzproblem, das bei der Zusammenführung der drei Krankenhäuser zum Gesamtklinikum gelöst werden muss: Tarifrecht, wie es die Mitarbeiter der kommunalen Häuser in Rinteln und Stadthagen haben, oder der „dritte Weg“, den Diakonie-Einrichtungen wie das Krankenhaus Bethel in Bückeburg durchsetzen wollen? Eine Antwort auf diese Fragen bekamen die Mitarbeiter gestern jedoch nicht. Dem Vernehmen nach werden die Diskussionen zu diesem Thema noch eine Weile anhalten, bevor eine endgültige Lösung für die Krankenhausmitarbeiter in Sicht ist.

Eine zentrale Rolle bei der Zusammenführung der unterschiedlichen Kulturen in den drei Krankenhäusern wird ein Integrationsteam spielen, das sich aus den Agaplesion-Vorständen und der von Agaplesion eingesetzten Integrationsmanagerin Bettina Geißler-Nielsen zusammensetzt. Laut Geißler-Nielsen ist die Entwicklung einer gemeinsamen Unternehmenskultur ein Ziel ihrer Arbeit. Daneben geht es natürlich auch um Wirtschaftlichkeit. „Gewinne müssen wir machen, um Arbeitsplätze und medizinische Versorgung sicherzustellen“, verdeutlichte Vorstandsmitglied Marx.

Das ist keine einfache Aufgabe: Einerseits schließen insbesondere die Krankenhäuser in Rinteln und Stadthagen ihre Jahresbilanz mit Millionen-Defiziten ab, andererseits pfeifen Niedersachsens Kliniken finanziell aus dem letzten Loch: Vor wenigen Tagen erst protestierten 21 hannoversche Krankenhäuser gegen das schlechte Finanzierungssystem der Krankenhäuser, sie fordern höhere Vergütungssätze. Gestern zogen mehrere katholische Kliniken aus Niedersachsens Nordwesten nach: Mit einem offenen Brief an Gesundheitsminister Daniel Bahr warnen sie vor dem finanzielle K.O. der Kliniken in Niedersachsen. „Das wird auch hier in Schaumburg eine Rolle spielen“, kündigte Claus Eppmann, Geschäftsführer der Krankenhausprojektgesellschaft, die Unterstützung des landesweiten Aktionsbündnisses an.

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Agaplesion-Vorstand Jörg Marx: „Gewinne müssen wir machen“

Mit den Einrichtungen der ProDiako beschäftigt Agaplesion nun insgesamt 17 500 Mitarbeiter und erzielt einen Umsatz von rund einer Milliarde Euro. Die Zentralisierung des Einkaufs ist ein erster Schritt, mit dem Agaplesion die Finanzen der Schaumburger Krankenhäuser konsolidieren will. Weitere Schritte werden folgen – ebenso wie weitere Besuche der Konzernbosse aus Frankfurt.




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