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Jesus und die Legosteine

BAD MÜNDER. Wenn eine Legostadt entsteht, geht es erst mal um: den Spieltrieb, klar. Aber auch der Glaube spielt eine Rolle im Jugendzentrum Point.

Auch wenn Deutschland raus ist – um die Fußball-WM kommen die Lego-Bauer im Jugendzentrum nicht herum. Foto: HUPPERT

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Christoph Huppert Reporter

„Bei der Pizzeria fehlen Steine“, stellt Justus fest. „Hier, ein dünner Dreier bei der Tür zum Backofen.“ Dem Bastelspaß des Achtjährigen aus Rohrsen tut das aber keinen Abbruch. Justus ist eines der vielen Kinder, die eine Woche lang eine große Stadt aus Legosteinen aufgebaut haben. Zum Wochenende erreichte das Baufieber den Höhepunkt: Am vorletzten Abend durften auch die Mamis und Papis mithelfen.

„Wir wollen mit der Eltern-Kind-Basteleinheit gezielt Familien ansprechen“, erklärt Knut Ahlborn vom „Kids-Team“. Der 57-jährige hauptamtliche Referent für Kinder- und Jugendarbeit ist extra aus Hagen nach Bad Münder gekommen und veranstaltet zusammen mit Hans-Jürgen Maschke von der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Bad Münder die Ferienpassaktion. Die findet in den Räumen des Jugendzentrum „Point“ statt und ist fester Bestandteil des städtischen Ferienpassangebots.

„Wir legen Wert auf eine fröhliche, friedliche, von Wertschätzung und Respekt geprägte Atmosphäre. Alles ist immer freiwillig und ohne Verpflichtung“, umreißt Ahlborn die Zielsetzung der Initiative. „Wir laden Kinder in eine Beziehung mit Jesus ein. Was wir selber glauben und leben, möchten wir den Kindern weitersagen“, so Ahlborn. Rund 30 mal im Jahr werde die Legostadt auf- und abgebaut. „Damit erreichen wir im deutschsprachigen Europa jährlich rund 100 000 Menschen“, so Ahlborn.

Auch die Eltern machen einen Abend lang mit. Foto: HUPPERT

Der große Raum im „Point“ füllt sich auch an diesem Abend rasch mit Vätern, Müttern und Kindern. „Insgesamt kommen in der Woche etwa 70 Prozent Jungs, 30 Prozent Mädchen“, schätzt Christian Dreeke, der die einwöchige Veranstaltung zusammen mit Stadtjugendpfleger Frank Henning und anderen Helfern vom „Point“ betreut.

„Für mich ist das leicht“, sagt der achtjährige David und montiert mit sichtbarer Routine eine mobile Einsatzeinheit der Polizei. Jakob aus Eimbeckhausen ist 10 Jahre alt und baut am Tisch gegenüber mit seiner Mutter ein Flugzeug zusammen.

Daneben das grün-gelbe Stadion, zwei große rote Kirchen, ein Flughafen, eine Tankstelle und ein bis an die Raumdecke reichendes Hochhaus – das kleine Legoland im „Point“ ist ein echter Blickfang.

Um die Übersicht zu behalten, stecken die einzelnen Bausätze in zahlreichen Plastikkisten. Die Projekte darin sind mit ausführlichen Anleitungen versehen, sodass bei lautem Geklapper nach und nach die einzelnen Objekte entstehen. „Da brauchen 25 Leute gut 2 1/2 Stunden zu, um das alles wieder zu verstauen“, sagt Ahlborn. Heute wird er schon in Gotha sein. Eine immense logistische Leistung, die viel Sorgfalt und Einsatz verlangt. Und dass dann schon mal ein paar Steinchen Schwund dabei sind, das stört auch Pizzahaus-Architekt Justus überhaupt nicht.



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