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Mit einer Ideenwerkstatt will der Landkreis die Bürger ins Klimaschutz-Boot holen

Jeder soll etwas für die saubere Luft tun

Hameln-Pyrmont (mafi). Heizen die Bewohner im Weserbergland zum Fenster hinaus? Kommen aus dem Auspuff der Busse zu viele Schadstoffe? Und was pusten eigentlich die Schornsteine der Industrie in die Luft? Klimaschutz ist zwar eine globale Aufgabe, aber sie fängt ganz unten an, also auf der lokalen Ebene. Um einen Überblick zu bekommen, wie viel Energie im Landkreis Hameln-Pyrmont in den Privathaushalten, im Verkehr, in der Wirtschaft und bei den Behörden verbraucht und möglicherweise vergeudet wird, waren Experten vom Frankfurter Klima-Bündnis e.V. beauftragt, entsprechende Daten zu erheben. Wenn im März die endgültigen Werte vorliegen, verfügt Hameln-Pyrmont als erster niedersächsischer Landkreis über eine „flächendeckende gemeindescharfe Kohlendioxid-Bilanz“, lobt Andreas Manz, Leiter des Referats für Regionale Entwicklung im Kreishaus. An der Erarbeitung der Studie waren Mitarbeiter aller Kommunalverwaltungen, die Energieversorger, Schornsteinfeger und die Verkehrsbetriebe beteiligt.

Vor dem Hintergrund der Studie sollen mit allen Akteuren und Bürgern Lösungen zur Verringerung des klimaschädlichen CO2-Ausstoßes gesucht werden. Die Ergebnisse fließen in das „Integrierte Klimaschutzkonzept“ ein, das bis Ende April von dem Büro KoRiS (Kommunikative Stadt- und Regionalentwicklung) erstellt wird – 220 000 der 280 000 Euro der Kosten trägt der Bund. Ein Baustein des Konzeptes soll die Information und Qualifizierung von Architekten, Handwerkern und Bürgern sein – durch das Energie- und Umweltzentrum aus Springe. Ziel sei es, einerseits die weitere Erderwärmung zu stoppen, zugleich aber möglichst auch eine sichere Energieversorgung zu gewährleisten und die Wirtschaftskraft vor Ort zu stärken. Im Untersuchungsjahr 2007 kam im Durchschnitt auf jeden Hameln-Pyrmonter ein Ausstoß von rund neun Tonnen Kohlendioxid, bundesweit lag die Pro-Kopf-Zahl bei zehn Tonnen, berichtet Helen Mädler von KoRiS. Dieser Unterschied resultiere vor allem aus der Wirtschaftsstruktur im Landkreis. Trotz der niedrigeren Gesamtemissionen lägen die Bereiche Haushalte und Verkehr im Vergleich jedoch höher als im Bundesdurchschnitt. Auffällig sei der große Heizöl- und Holzverbrauch der Privathaushalte. Darüber hinaus verursache der private Verkehr einen überdurchschnittlichen Diesel- und Benzinverbrauch – wie häufig in ländlichen Regionen. Als sehr positiv zu werten sei die Höhe der lokal erzeugten Elektrizität aus erneuerbaren Energien. Diese habe in Hameln-Pyrmont einen Anteil von 25,3 Prozent, das entspricht dem Doppelten des Bundesdurchschnitts.

In kommunalen Arbeitsgruppen mit Fachleuten aus den Bereichen Energie, Umwelt und Klimaschutz wurden vorläufige Werte zur CO2-Bilanz bereits vorgestellt. Jetzt ist eine „Innovationswerkstatt“ mit allen interessierten Bürgern geplant. Auf dem Treffen am kommenden Mittwoch in Salzhemmendorf kann jedermann Ideen zur Minderung des CO2-Ausstoßes im Landkreis einbringen und mit anderen Akteuren ins Gespräch kommen. Die Ergebnisse der Innovationswerkstatt werden später in den kommunalen Arbeitsgruppen konkretisiert und gegebenenfalls ergänzt. Am Ende sollen konkrete Empfehlungen für die Kommunen der Region stehen. Der Kohlendioxidausstoß im Landkreis soll durch die Aktivitäten bis zum Jahr 2020 um mindestens 20 Prozent sinken.

Termin: Der Landkreis Hameln-Pyrmont lädt alle Interessierten zur landkreisweiten Innovationswerkstatt „Klimaschutz in Hameln-Pyrmont“ ein. Sie findet am Mittwoch, 17. Februar, ab 18 Uhr in der Schule am Kanstein in Salzhemmendorf statt. Aus organisatorischen Gründen wird bis Montag, 15. Februar, um Anmeldung unter Telefon 0511/9357-150 oder per Fax an 0511/ 9357-152 gebeten.




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