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Albert-Schweitzer-Schule: Verabschiedung

"Jeder muss sein Leben nun selbst gestalten"

Obernkirchen (sig). Es geschieht jedes Jahr aufs Neue - und doch ist es nicht die leichteste Aufgabe für einen Schulleiter, sich von einem Jahrgang für immer zu verabschieden. Rektor Kurt Feltz, dem Leiter der Albert-Schweitzer-Schule, ging es nicht anders bei der anstehenden Entlassungsfeier. Und bei manchen Kindern und Eltern schimmerte es sichtlich feucht in den Augen.

Diesmal hatte diese Feier sogar eine doppelte Funktion. Die Albert-Schweitzer-Schule konnte nämlich gleichzeitig auf ihr 50-jähriges Bestehen zurückblicken. Das sollte nicht mit großen Reden gewürdigt werden, sondern einfach nur mit einem ausgedehnten lockeren Beisammensein im Hof. Leider respektierte Petrus dieses Vorhaben nicht. Deshalb musste sich fast alles im Schulgebäude abspielen. Zur vorausgehenden offiziellen Feierstunde traf man sich im Forum des Schulzentrums. Rektor Kurt Feltz wandte sich zunächst so an die Eltern: "Mit dem heutigen Tag endet für viele von Ihnen die Verbindung zur Albert-Schweitzer-Schule. Es enden mehr oder weniger lange Jahre der Zusammenarbeit,mit freudigen Ereignissen und auch mit der Bewältigung der verschiedenartigsten Konflikte. Ich kann für die ganze Zeit feststellen, dass wir uns immer gegenseitig respektiert haben." Mit Sorge und Bedauern stellte der Rektor anschließend fest, dass der weitere Werdegang dieser Schulform mehr denn je im Ungewissen schwebt. Er sei jedenfalls sehr gespannt auf die kommenden Entscheidungen der Schulpolitiker. Seinen Abgängern gab der Schulleiter mit auf den Weg, dass sie bis zum Lebensende lernen müssten. Entscheidend sei die Frage, ob jeder von ihnen in der Lage sei, sein Leben selbstständig zu gestalten und nicht das Heer der Hartz IV-Empfänger vergrößere. Einige der Abgänger werden von den 10. Klassen der Förderschulen in Rinteln und Stadthagen aufgenommen; einige wechseln in die Berufsschule. Seine dringende Empfehlung an alle Abgänger: "Versucht den Hauptschulabschluss zu erreichen. Zwar sind die Aussichten für den Eintritt in die Berufswelt auch damit nicht die besten, auf jeden Fall aber besser als mit dem Abschluss der Förderschule." Nach derÜbergabe der Zeugnisse an die Abgänger, bei der es für jeden von ihnen eine rote Rose gab, sorgten zunächst die Schulkinder für ein buntes Rahmenprogramm. Unter anderem spielten sie als "Reise nach Israel" die Fußballeuropameisterschaft nach, bei der am Ende nur Spanien und Deutschland übrigblieben. Gezeigt wurde, wie der Unterricht vor 50 Jahren ablief, als die Lehrkräfte noch wesentlich rustikaler mit den Schülern umgingen als heute. Es gab auch sportliche Aktivitäten mit Hula-Hoop-Reifen und dem Zusammenstellen von fantasievollen Gruppenformationen. Ein Klassenraum wurde in eine Disko verwandelt. Der Nachwuchs der "Petticoats& Cowboys" zeigte flotte Westerntänze.




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