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Trauerfeier in St. Nikolai: Gedenken an die beiden bei einem Verkehrsunfall getöteten BBS-Schüler Viktoria und Burak

"Jeder Mensch, wie fest er steht, ist nur ein Hauch..."

Rinteln (mld). Es ist eine kleine Runde, die sich an diesem sonnig-kalten Nachmittag im Altarraum von Sankt Nikolai versammelt hat. Schüler und Erwachsene, Mütter und Väter - Angehörige, Lehrer, Polizisten, Feuerwehrmänner. Trauernde.

Sechs Wochen nach dem Tod der beiden 17-jährigen Viktoria K. und Burak M., die bei einem Verkehrsunfall auf der Landstraße bei Hohenrode ums Leben kamen, hat Pastor Helmut Syska eine Trauerfeier für die beiden Schüler der Berufsbildenden Schulen (BBS) abgehalten. "Gilt nicht: Das Leben geht weiter?", fragte Schulleiter Herbert Habenicht in seiner Begrüßung. Sei es nicht sowieso zu spät? Könne diese Feier trösten? Selbstverständlich stelle man sich die Frage, ob das Leben weitergehe. "Natürlich geht es weiter", sagte Habenicht. "Aber anders als vorher." Wichtige Menschen seien gegangen, und nun sollten die Betroffenen spüren, dass sie mit ihrem Schicksal nicht allein gelassen würden. Der Unfall sei geschehen, ging er auf die zweite Frage ein. "Vielleicht finden wir Trost, wenn es uns allen gelingt, unser Verhalten zu ändern." Er wisse nicht, ob alle Anwesenden Trost aus der Feier gewinnen könnten: "Mir bleibt das Eingeständnis,dass mir tröstende oder erklärende Worte fehlen. Es tut mir nur so unendlich leid." Pastor Helmut Syska, der die Trauerfeier organisiert hatte, richtete wenige Worte des Trostes an die Trauernden, bevor Sebastian Stüdemann, Klassenlehrer der FS S21, Klasse der beiden Unfallopfer, den Psalm 39 verlas: "Tue mir kund, o Herr, mein Ende und welches das Maß meiner Tage sei, damit ich weiß, wie vergänglich ich bin. Jeder Mensch, wie fest er steht, ist nur ein Hauch." In einer Schweigeminute entzündeten Mitschüler und Lehrer Kerzen, die sie in einen Kranz im Altarraum steckten. "Für Viktoria, Burak und die Verkehrsopfer von heute, morgen und für alle Zeiten", sagte Pastor Syska. Zum Schluss lasen zwei Schülerinnen ein selbst geschriebenes Gebet vor. Darin baten sie um Stärke für dieRettungskräfte, um Mut für die Polizisten. Und sie beteten für die Angehörigen von Viktoria und Burak: Für die Kraft, "den Schmerz ertragen und loslassen zu können".




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