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NDZ-Interview mit Sam Eisenstein („Alles was zählt“) in den MMC Filmstudios in Köln

„Jeder Drehtag ist eine neue und interessante Herausforderung“

„Seit meinem ersten Drehtag habe ich dieses Format schätzen gelernt und kann mir, ehrlich gesagt, keine angenehmere Arbeitssituation als Schauspieler vorstellen. Zudem ist es jeden Tag eine neue und auch interessante Herausforderung, schnelle Textänderungen umzusetzen. Wir drehen oft innerhalb von 30 Minuten eine Szene, die dann auch schnittfertig im Kasten ist – das ist schon eine Akkordleistung, mit der viele renommierte Schauspieler schwer klar kommen. Da trennt sich dann auch die Spreu vom Weizen“, erklärt uns Hauptdarsteller Sam Eisenstein, den wir einen halben Tag während seiner Arbeit begleiten durften.

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Nach „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ und „Unter uns“ flimmert seit dem 4. September 2006 mit „Alles was zählt“ die dritte RTL-Serie über den Fernsehschirm. Seit Sendebeginn wird AWZ montags bis freitags von 19.05 bis 19.40 Uhr ausgestrahlt und erreicht derzeit einen durchschnittlichen Marktanteil von 15 Prozent in der Zielgruppe der 14- bis 59-Jährigen. Produziert wird die Serie von der „UFA Serial Drama“ in den MMC Studios in Köln. Die Handlung der Serie spielt in und um Essen. Es wird circa acht Wochen im Voraus gedreht.

In den Folgen spielt der gebürtige Mönchengladbacher die Rolle des Kneipenbesitzers Marian Öztürk – seine „Sieben“ gehört zu den am meisten gezeigten Schauplätzen der Serie.

Sam: Ursprünglich habe ich nur eine Gastrolle von drei Monaten übernommen, alles, was bis dato darüber hinaus geht, ist für mich ein Bonus, mit dem ich zu Beginn eigentlich gar nicht gerechnet habe. Inzwischen bin ich seit fast acht Jahren dabei und fühle mich nach wie vor bei „Alles was zählt“ bestens aufgehoben.

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Bevor man dem 41-Jährigen eine Rolle bei „Alles was zählt“ anbot, wirkte er unter anderem als Stuntman in „Alarm für Cobra 11 – Die Autobahnpolizei“ mit – danach folgten einige Theater- und Kurzfilmprojekte. Von 2003 bis 2005 spielte Sam Eisenstein die Rolle des David McNeal in der ARD-Vorabendserie „Verbotene Liebe“. Die Arbeit am Set macht es jedoch fast unmöglich, nebenher noch in anderen Filmen mitzuwirken.

Sam: Wir absolvieren ein Pensum, das es grundsätzlich unmöglich macht, noch etwas nebenbei zu machen. Ein oder zwei Drehtage wären schon möglich – ich habe mich bis heute aber nie anderweitig bemüht, andere Sachen zu machen. Ich lasse einfach alles auf mich zukommen – öffne Türen, wenn andere zugehen.

Seit 2010 ist der Serienstar mit der Schauspielerin, Moderatorin und Autorin Mareike Eisenstein verheiratet, die ab und an als Kommissarin Maria Koch auch bei „Alles was zählt“ zu sehen ist. Das Ehepaar hat vier Kinder, von denen zwei ebenfalls Jungschauspieler sind. Während Melvin-Maximilian den Hannes von Lahnstein in „Verbotene Liebe“ spielt, wirkte sein älterer Bruder Finn-Lennard unter anderem in den Fernsehproduktionen SOKO Köln (ZDF), SK Kölsch (Sat.1) sowie als Hauptdarsteller der ARD-Serie „Rennschwein Rudi Rüssel“ (2008/2009) mit.

Sam: Finn-Lennard hat dann in den sieben Dreh-Monaten festgestellt, dass die Schauspielerei doch nicht dauerhaft das Richtige für ihn ist. Er lässt sich jetzt gern von der Musik des niederländischen DJs David Garrix inspirieren. Finns Traum ist es, mal bei „Tommorrowland“ auf der Bühne zu stehen. Inzwischen hat er schon sechs Nummern komponiert und steht in Kontakt mit einem unabhängigen niederländischen Electronic-Plattenlabel.

Über die Gestaltung seiner Freizeit kann sich der Schauspieler nicht beklagen, da er nicht durchweg von Montag bis Freitag am Set sein muss.

Sam: Du hast immer mal wieder deinen freien Tag. Manchmal drehe ich nur bis 10 Uhr morgens oder fange erst um 16 Uhr an. Wenn wir die Nachtstimmung brauchen, kommt es öfters auch vor, das wir bis in die frühen Morgenstunden drehen – normal ist aber um 18.30 Uhr Drehschluss.

Ein weiterer Punkt, warum Eisenstein dieses Format im Laufe der Jahre schätzen gelernt hat ist, dass man den Schauspielern ein gewisses Mitspracherecht beim Szenen-Dreh eingeräumt hat.

Sam: In vielen Produktionen hast du kaum ein Mitspracherecht. Bei uns ist es so, und da muss ich auch immer wieder unsere RTL-Redakteure loben, dass wir kreativ an vielen Szenen mitwirken dürfen.

Da alle Darsteller auch einen gesetzlichen Anspruch auf Urlaub haben, war es in der Vergangenheit immer so, dass man seinen Urlaub im Vorfeld rechtzeitig beantragen musste.

Sam: In diesem Jahr ist geplant, dass alle gemeinschaftlich Urlaub nehmen, da wir einige Produktionspausen einlegen werden. So brauchen keine Figuren mehr aus den Geschichten rausgeschrieben zu werden, sodass nach den Produktionspausen, die Folgen normal weiterlaufen können.

Nach dem Interview ging es auf direktem Weg in die „Sieben“, wo wir hautnah bei einem Szenen-Dreh dabei sein durften. Im „Steinkampzentrum“ besichtigten wir unter anderem die Bar, Trainingsräume, Umkleiden und den großen Pool. Weiter ging es in die „Steinkamp-Villa“ und später zum Außendreh, der bis in die späten Abendstunden andauerte.

„Warum das Format für mich so besonders ist, liegt an zwei tragenden Figuren, die ich zum Schluss noch unbedingt erwähnen möchte: Tatjana Clasing (Simone Steinkamp) und Silvan-Pierre Leirich (Richard Steinkamp) – zwei solch liebe Menschen als Kollegen zu haben, ist einfach ein Geschenk in dieser Brache“, gab uns Sam noch mit auf den Weg.

Sam Eisenstein spielt seit 2006 in der RTL-Serie „Alles was zählt“ die Rolle des Kneipenbesitzers „Marian Öztürk“

Texte und Konzertfotos: Lars Andersen



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