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Jagdpächter verteidigt Schüsse auf verletzten Hirsch

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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Das Tier zu betäuben hätte aus seiner Sicht kaum funktioniert: „Entweder es wacht in seinem Zustand dann gar nicht mehr auf.“ Oder es irre später hilflos im Wald umher. Denn unterbringen könne man so ein Wildtier kaum – abgesehen davon, dass es hier keine Auffangstation gebe: „In einem Gehege tritt es entweder alles kaputt oder es verletzt sich selbst.“ Aus Tierschutzgründen hätte er den Hirsch eigentlich sofort erschießen müssen: „Ich habe mich dann aber vor Ort noch mal beim Rotwildring abgesichert.“ Am Sonnabend sei kaum überschaubar gewesen, wie lange der Hirsch schon im Zaun gefangen war: „Das können auch Tage gewesen sein“, so der Pächter. Er habe selbst nur durch Zufall erfahren, dass sich das Drama in seinem Zuständigkeitsbereich abspielte: Die Polizei aus Hameln habe ihn angerufen, um zu fragen, ob er ein Narkosegewehr habe. Als er vom Ort des Geschehens erfuhr, sei er dann losgefahren: „Schade, dass ich nicht sofort informiert wurde.“ Die Polizei Bad Münder erklärte gestern, nach der Lektüre des NDZ-Artikels gebe es keinen Grund für sie, Ermittlungen aufzunehmen.

Die Feuerwehr hatte am Wochenende zunächst verkündet, gemeinsam mit dem zwischenzeitlich alarmierten Tierarzt rechtliche Schritte gegen den Pächter zu prüfen. Der Mediziner winkte aber gestern auf Anfrage ab: Nach den tödlichen Schüssen habe er die Anreise abgebrochen. Dass der Hirsch so ums Leben kam, sei „schade“ – genauer könne er die Situation aus der Ferne aber nicht beurteilen.

Die Feuerwehr blieb gestern bei der Kritik: Der Jagdpächter habe gegen den Willen der Einsatzkräfte gehandelt, so ein Sprecher: „Wir sind der Meinung, dass er den Hirsch nicht erschießen durfte.“



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