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Staatsanwaltschaft fordert zweites Gutachtenüber die DNA-Probe an

Ist der Bankräuber von Eisbergen und Rehren auch ein Mörder?

Rinteln (wm). Die Hinweise verdichten sich, dass der gelernte Koch, der im Jahr 2001 die Sparkassenfilialen in Eisbergen und Rehrenüberfallen hat, auch die gebürtige Polin Krystina Pagacz-Znoj im November 2000 getötet hat (wir berichteten). Wie Staatsanwalt Frank Hirth gestern in einem Telefongespräch erläuterte, wird zurzeit mit einem zweiten Gutachten der erste DNA-Befund abgesichert.

Die Fahnder waren bei einem routinemäßigen Abgleich von DNA-Proben in der Datenbank des Landeskriminalamtes auf den Rintelner aufmerksam geworden. Der Mann war zu diesem Zeitpunkt bereits wieder auf freiem Fuß, nachdem er zwei Drittel seiner Haftstrafe wegen zweifachen Bankraubes abgegessen hatte. Das Landgericht Bückeburg hatte ihn im Januar 2002 zu sieben Jahren und neun Monaten verurteilt. Im August 2001 hatte der damals 23-Jährige die Sparkasse in Eisbergen überfallen, im November die Sparkassen-Filiale in Rehren - beide Male mit einer ungeladenen Gaspistole. Einen Tag nach diesem Bankraub stürmte ein Einsatzkommando der Polizei mitten in der Nacht die Wohnung, in der der 23-Jährige mit seiner Verlobten lebte. DerRäuber führte damals die Beamten zu einem Schuppen, wo er die 10 000 Mark Beute aus Rehren versteckt hatte. In Eisbergen hatte der Mann 19 500 DM Bargeld erbeutet, dieses Geld zu diesem Zeitpunkt aber schon längst wieder ausgegeben. Amtsrichter Christian Rost setzte den Mann sofort wieder auf freien Fuß: Er habe einen festen Wohnsitz, Fluchtgefahr bestehe nicht. Dabei war der Bankräuber schon damals kein unbeschriebenes Blatt: Brandstiftung, Körperverletzung, Sachbeschädigung, Verkehrsdelikte. Unter anderem hatte der Mann seinen ehemaligen Arbeitgeber, eine Klinik in Bad Oeynhausen, bestohlen. Die im November 2001 - rechtlich durchaus korrekte Entscheidung von Richter Rost - ist heftig vom Vorstand der Sparkasse in Rinteln und von der Sparkasse in Eisbergen kritisiert worden, vor allem vor dem Hintergrund, dass ein 25-Jähriger, der in diesem Zeitraum die Sparkasse in Exten mit einer Spielzeugpistole überfallen hatte, noch in Haft gesessen hat. Die Staatsanwaltschaft in Bückeburg geht inzwischen davon aus, dass der gelernte Koch noch schwerere Straftaten begangen hat, nämlich im November 2000 den Mord an der damals 48-jährigen Rintelnerin und gebürtigen Polin Pagcz-Znoj, die in einem Gebüsch bei Hohenrode tot aufgefunden worden war, außerdem den brutalen Überfall auf eine 58-jährige Frau aus Eisbergen im September 2001, die mit dem Fahrrad auf der Dankerser Straße auf dem Weg zur Arbeit gewesen war.




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