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Mit der Wahl von Kiriakoula Koussataloglou-Mund steht das Gremium vor einem Neuanfang

Integrationsrat will in der Politik mitreden

Bad Pyrmont (uk). Unter der Führung seiner neuen Vorsitzenden hat sich der Integrationsrates Bad Pyrmont vorgenommen, politischer zu werden. Das hat Kiriakoula Koussataloglou-Mund nach ihrer Wahl angekündigt. Um dieses Ziel zu erreichen, wird das Gremium im Januar Mitglieder bestimmen, die in den verschiedenen Ratsausschüssen mitarbeiten sollen.

Mit der Neuwahl der gebürtigen Griechin an die Spitze des Beirates ist dessen Auflösung endgültig abgewendet worden, die nach dem Ausscheiden des bisherigen Vorsitzenden David Harley gedroht hatte (wir berichteten). „Wir haben viele Gespräch darüber geführt, wie wir weiterverfahren wollen“, sagte Kiriakoula Koussataloglou-Mund nach ihrer Wahl, die im Rathaus stattfand. Es sei sehr schnell klar gewesen, dass die Mitglieder den Beirat so nicht sterben lassen dürften, denn das hätte wohl das endgültige Aus für einen Integrationsbeirat in Bad Pyrmont bedeutet, begründet sie ihre Bereitschaft, als Vorsitzende zu kandidieren. „So schnell würde so etwas wohl nicht noch einmal initiiert werden.“

Nicht zuletzt sieht die 43 Jahre alte Kinderkrankenschwester und Heilpädagogin, die sich selbst als „voll integriert“ betrachtet und mit einem Deutschen verheiratet ist, die Bedeutung des Gremiums in der Möglichkeit der Mitbestimmung.

„Viele ausländische Mitbürger haben kein Wahlrecht, darum müssen wir dieses Form nutzen“, begründet sie ihre Auffassung, dass die Aufgabe des Beirates auch eine politische sei. Die Satzung des Rates erlaubt allen Beiräten in den Ausschüssen zwar kein Stimm- dennoch aber ein Rederecht. „Und davon werden wir Gebrauch machen“, kündigte Koussataloglou-Mund an.

„Der Integrationsrat steht vor einem Neuanfang“, stellte Sieglinde Patzig-Bunzel (SPD) fest, die für die verhinderte Bürgermeisterin die Wahl leitete. „Und dabei muss er auch seine Klientel mitnehmen“, riet sie. Darüber hat sich die Runde bereits Gedanken gemacht. „In Bad Pyrmont leben viele verschiedene Kulturen. Wir müssen uns fragen, wie wir sie verstehen können und wie sie Bad Pyrmont erleben“, so die Vorsitzende, die stärker auf Bürger mit Migrationshintergrund zugehen möchte, um Berührungsängste zu nehmen und Vorurteile abzubauen. Ein weiteres Ziel für die Arbeit der nächsten zwei Jahre sei es, Netzwerke zu schaffen, etwa durch eine „Zusammenarbeit auf Augenhöhe“ mit dem Integrationsbeauftragten des Landkreises. Kontakte wolle man auch zum Türkischen Kulturzentrum und zum Arbeitskreis ausländische Kinder in Hameln knüpfen.

Neuer stellvertretender Vorsitzender des Beirates ist Anastasios Odabassidis. Er löst Özkan Canatan ab, der nicht mehr kandidierte.

Sieglinde Patzig-Bunzel beglückwünscht Kiriakoula Koussataloglou-Mund (li.) zur Wahl als neue Vorsitzende des Integrationsrates.Foto: uk




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