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Industriebrache wird Baustelle

Bad Münder. Die ehemalige Möbelfabrik Hermapal (davor Kreibaum) gleicht einer Baustelle. Ahmed Gedikli hat die Immobilie vor gut vier Monaten bei einer Zwangsversteigerung erworben. Mehr als 200 000 Euro blätterte er dafür auf den Tisch. Für ein Gebäude, das er zu diesem Zeitpunkt noch nie betreten hatte. Die imposante Fassade habe ihn beim Vorbeifahren beeindruckt, sagt der 53-Jährige.

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Viele haben ihn damals für verrückt erklärt. Schließlich stand die Hermapal-Fabrik seit langem in dem Ruf, ein hoffnungsloser Fall zu sein, eine baufällige Ruine, ein Fass ohne Boden. Ein Gutachten bestätigte diese Einschätzung: abrissreif, so der Tenor der Expertise.

„Die das geschrieben haben, hatten eben keine Ahnung“, steht für Gedikli fest, „von denen hat sich das offenbar niemand genau von innen angesehen.“ Richtig sei, dass infolge eines Wasserschadens große Teile von Decke und Mauerwerk feucht waren. An vielen Stellen hatte sich Schimmel gebildet. „Wir haben das Dach abgedichtet, die alten Böden rausgerissen und ersetzt.“

Die in die Jahre gekommenen Apartments in der zweiten Etage des riesigen Hauses, die bis vor drei Jahren noch regelmäßig von Bildungsschülern angemietet worden waren, hat Gedikli renoviert. Mit neuen Badezimmern und Laminatböden ausgestattet, entsprechen sie nun zweckmäßigen Hotelzimmern. Das hat offenbar auch das in Bad Münder beheimatete Studieninstitut überzeugt, das dort kürzlich nach längerer Pause wieder Lehrgangsteilnehmer einquartierte.

Im ersten Stock will Gedikli weiteren Wohnraum schaffen. Der Rest soll als Büroflächen vermietet werden. Was genau aus dem Erdgeschoss wird, steht noch nicht fest. Anfragen gebe es bereits einige, verrät der aus der Türkei stammende Geschäftsmann. Unter anderem für ein Sportartikelgeschäft.

Eine weitere Überlegung sei, dort ein Veranstaltungszentrum mit angeschlossener Gastronomie unterzubringen – „ideal zum Beispiel für größere Hochzeiten oder Firmenveranstaltungen“, glaubt Gedikli. Dass es im Haus reichlich Übernachtungsmöglichkeiten gebe, sei da von Vorteil.

Er weiß, dass noch ein großes Stück Arbeit vor ihm liegt. „Allein für die Entsorgung des Abfalls habe ich bisher schon rund 20 000 Euro gezahlt“, sagt Gedikli. Und er macht keinen Hehl daraus: „Das alles rechnet sich nur, weil ich eine eigene Baufirma habe und wir hier fast alles selbst machen können.“

Langfristig bezahlt machen soll sich die Investition durch möglichst viele Mieter. Mit einem hat er gerade den Vertrag verlängert. „Vital“-Geschäftsführer Thomas Heiming, der sich von der zupackenden Art des neuen Eigentümers beeindruckt zeigt, will mit seinem Fitnessstudio mindestens weitere fünf Jahre bleiben. Gedikli hat im Gegenzug umfangreiche Sanierungsmaßnahmen in dem Anbau zugesagt. So sollen in Kürze das Dach erneuert und eine separate Blockheizung installiert werden.



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