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Familie Rodenbeck richtet alte Leibzucht wieder her / Arbeit soll noch dieses Jahr abgeschlossen werden

In zwei Jahren: 7500 Stunden Arbeitseinsatz

Gelldorf (sig). Die Baukultur vergangener Jahrhunderte hat vieles hervorgebracht, das erhaltenswert ist. Das gilt nicht nur für die Orte, in denen der alte Stadtkern noch erhalten geblieben ist, sondern auch für den ländlichen Bereich. Deshalb legen die Fachleute der Denkmalspflege großen Wert darauf, dass der überlieferte dörfliche Charakter so weit wie möglich erhalten bleibt. Das gilt zum Beispiel auch für dieunter Denkmalsschutz stehende frühere Leibzucht der Familie Rodenbeck in Gelldorf. Der 1849 abseits der Hauptstraße errichtete Fachwerkbau wird zurzeit umfangreich saniert.

Es sieht aus, als liege die Leibzucht auf einer Art Warft, in je

Dirk Rodenbeck erläutert, wie das Gebäude früher im Inneren ausgesehen hat: Im vorderen Bereich befanden sich neben der Diele die Stallungen für die Schweine; im hinteren Bereich die Räume für die Knechte und Mägde oder auch für die Altenteiler der Familie. Die Leibzucht gehörte einst zu einem Gebäudekomplex, der schon lange nicht mehr besteht. Er befand sich auf einer nahe gelegenen Wiese. Übrig geblieben ist dort lediglich ein noch funktionsfähiger Brunnen. "Bereits vor zwei Jahren haben wir mit der Grundsanierung begonnen", berichtet Rodenbeck. Da bestand der Boden der 75 Quadratmeter großen Diele noch aus gestampftem Lehm. Unter der Leitung des Architekturbüros von Volker Wehmeyer hat sich die Leibzucht seitdem in ein komfortables Wohnhaus mit Fußboden- und Wandheizung verwandelt. In der Diele entsteht zudem ein gemauerter, so genannter Grundofen, aus Schamottsteinen und Lehm mit einer langen beheizten Sitzbank. Er versorgt auch den Küchenbereich und die dahinter liegenden Räume mit Wärme. "Wenn der richtig angeheizt ist, dann bleibt er bis zu zehn Stunden warm", versicherte Dirk Rodenbeck. Aus dem ehemaligen Schweinestall wird ein Büro mit einem Gäste-WC. Der hintere Wohnbereich bleibt erhalten. Wo es notwendig war, wurden das Fachwerk und die Eichendielen erneuert. Auch Dachsparren mussten ausgetauscht werden. In der zweiten Ebene sind Schlafzimmer und Badezimmer entstanden. Für die Sanierung des Altbaus sind insgesamt 35 Tonnen Lehm angeschafft worden. Lieferant war eine Firma aus Barntrup. Dieser Naturstoff hat viele Vorteile. Er speichert im Winter die Wärme und sorgt im Sommer für angenehme Kühle. Wieder zum Vorschein gekommen sind die gebrannten Ziegel, die vomFarbanstrich befreit wurden. Auch die natürliche Struktur des Eichenholzes kam nach der Bearbeitung wieder zur Geltung. "Das unter Denkmalschutz stehende Haus kann jetzt noch einmal so alt werden wie es jetzt ist", zeigt sich Rodenbeck überzeugt. Seine Familie freut sich darüber, dass die Arbeiten noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Immerhin stecken schon 7500 Stunden Eigenleistung drin.

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