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Förster warnt: Wälder nicht betreten / 2000 Sandsäcke nach Exten geschafft

In Rintelns Wäldern sieht es aus, als hätte ein Riese Mikado gespielt

Im Orkan gut festhalten: Feuerwehrleute spannen eine Behelfsplaneüber das Dach des Dorfgemeinschaftshauses in Goldbeck. Foto: tol Rinteln (wm). "Kyrill" hat Rintelns Feuerwehrleuten, der Polizei, den Rettungskräften wie dem Technischen Hilfswerk eine lange Nacht bis vier Uhr morgens beschert. Stadtbrandmeister Helmut Meier bilanzierte gestern: 250 Feuerwehrleute aus allen Ortswehren, dazu die Werkfeuerwehren der "Lebenshilfe" und der Glashütte sowie 25 THW-Helfer mit schwerem Geräte sind zu 115 Notfällen gerufen worden.

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Als wichtigste Einsätze nannte Sebastian Westphal vom Team im Einsatzleitwagen: Als die Exter die Straßen um die Insel überflutet hat, habe man 2000 Sandsäcke nach Exten geschafft und dort an den vom Wasser bedrohten Häusern verbaut. In Goldbeck ist das Dach des Dorfgemeinschaftshauses abgedeckt worden. Einörtlicher Zimmermann half der Feuerwehr, das Dach mit einer von der Raiffeisengenossenschaft besorgten Plane abzudichten. Alle Dachsparren mussten neu aufgenagelt werden. Weil alle Straßen rund um die Paschenburg, die Kreisstraßen zwischen Möllenbeck und Krankenhagen und die Straße zwischen Uchtdorf und Wennenkamp bis Goldbeck gesperrt werden mussten, gab es keine Warnbaken mehr. Auch die Einfahrt zur Rettungswache an der Virchowstraße musste von der Feuerwehr geräumt werden, gerade rechtzeitig vor einem Notfalleinsatz der Rettungssanitäter. In den Wäldern am Taubenberg und rund um die Schaumburg sieht es aus, "als hätte ein Riese Mikado gespielt", so Revierförster Heiko Gropp: "Kyrill hat uns die Arbeit von Jahren kaputtgemacht." Ganze Buchen- und Fichtenbestände seien flächendeckend gekippt, durch die hohen Windgeschwindigkeiten sogar glatt durchgebrochen. Die Schäden seien noch gar nicht zu beziffern, "weil wir zurzeit nicht in die Wälder kommen - wir sind erst einmal damit beschäftigt, alle Straßen und Wege freizuräumen". Gropp warnt ausdrücklich alle Bürger davor, die Wälder zu betreten, bevor die Aufräumungsarbeiten der Forst nicht abgeschlossen sind: "Manche Bäume hängen, Kronen sind angebrochen, die können jederzeit herunterfallen, das ist lebensgefährlich." Die Aufräumungsarbeiten könnten gut noch eine Woche dauern. Erheblichen Windbruch gab es auch im Blumenwall, der gesperrt bleibt. Land unter in Krankenhagen: Zeitweise war die Extertalstraße im Bereich der Volksbank überflutet, weil sich das Wasser vor den Brückendurchläufen staute. Ein Krisenstab mit dem technischen Leiter Thomas Sewald organisierte bei den Stadtwerken die Hilfsmaßnahmen. Wie Geschäftsführer Jürgen Peterson schilderte, habe man vorsichtshalber Notstromaggregate und Hubwagen bereitgestellt. Klaus Muermann, zuständig für die Elektrik, musste mit seinen Mitarbeitern gleich mehrmals ausrücken: In Ahe, in Deckbergen und in Uchtdorf kippten Bäume in die Freileitung. Am Pferdemarkt fielen kurzzeitig die Ampelanlage und die Straßenbeleuchtung aus. In Wennenkamp setzten die Wasserfluten ein Pumpwerk außer Betrieb. Die Hochbehälter seien bis zum Rand gefüllt worden, um beim Ausfall von Brunnen oder Pumpen die Wasserversorgung in der Stadt sicherzustellen. Weitere Bilder zum Sturm in Schaumburg: Internetgalerie auf www.schaumburger-zeitung.de .

Land unter in Exten. Foto: la
  • Land unter in Exten. Foto: la
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