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Die erholsame Wüstenoase liegt nur zwei Stunden von Hollywood entfernt – und hat wohl zu jeder Zeit prominente Gäste

In Palm Springs sind die großen Stars unsterblich

Von Dr. Bernd Kregel

Rund 30 Kilometer entfernt von Palm Springs liegt der Joshua Tre

Marlene Dietrich und General Patton – gemeinsam schlendernd auf der Flaniermeile von Palm Springs? Denkbar wäre es. Denn bereits seit den 30er Jahren gaben sich dort die Leinwand-Größen Hollywoods die Türklinke in die Hand. Lag doch die Wüstenoase Palm Springs, gleichbedeutend mit Sonne, Wärme und Erholung, nur zwei Autostunden von den Filmstudios in Los Angeles entfernt.

Erst mit General Patton kehrte der Ernst des Lebens zurück ins Coachella-Tal. An jenen Ort, wo sich – eingerahmt von zwei hohen Gebirgsketten – der kleine Ort Palm Springs mit seinen wenigen Häusern und Straßen trotzig dagegen wehrte, wieder von der südkalifornischen Wüste mit ihren 350 Sonnentagen im Jahr vereinnahmt zu werden.

Diesen klimatischen Hot Spot hatte General Patton ausgewählt, um hier mit seinen Truppen die nordafrikanische Invasion vorzubereiten. Sie sollte als Auftakt dafür dienen, die deutsche Vormachtstellung im Zweiten Weltkrieg zu brechen. Noch heute ist die „Casa Cody“, seine einstige Befehlszentrale, erhalten. Ein Gebäudekomplex im Adobe-Stil inmitten Schatten spendender Bäume, errichtet vom Cousin des legendären Buffalo Bill. Die Anlage hat sich einen Hauch vom „Wilden Westen“ bewahrt.

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Schließlich wurde General Patton mit erfolgreichem Kriegsausgang selbst ein Star, dessen Geschichte auch als Hollywood-Verfilmung Oscars einspielte. Und anknüpfend an die Vorkriegs-Tradition, wurde Palm Springs endgültig ein Hot Spot der Reichen und Schönen. Ein Mekka all derer, die den feuchtschwülen Zentren der Pazifikküste entfliehen wollten.

So eröffnet heute ein Zwischenstopp in Palm Springs auf dem Weg nach Las Vegas oder San Francisco die Möglichkeit, sich im Glanz alter und neuer Hollywood-Stars zu sonnen. Wer hätte hier nicht augenblicklich Frank Sinatra vor Augen? Oder Marilyn Monroe, der hier ein Techtelmechtel mit John F. Kennedy nachgesagt wird? Mit Namen wie Spencer Tracy und Katharine Hepburn, Liz Taylor und Kirk Douglas oder Clark Gable ließe sich ein nahezu lückenloses „Who is Who“ der Hollywood-Prominenz füllen.

Mel Haber, Inhaber des legendären „Ingleside Inns“, kennt sie alle. Eine Behauptung, für die er mit einer beeindruckenden Fotogalerie gegenüber seiner Hausbar den Beweis nicht schuldig bleibt. Sie zeigt ihn mit John Travolta, Bob Hope, Liza Minelli, Arnold Schwarzenegger und David Hasselhoff. Und Sinatra? Über den kenne er mindestens 50 Geschichten aus eigener Erfahrung. Zum Beispiel die der heimlich vorbereiteten Vor-Hochzeitsfeier mit seiner Frau Barbara in den seinem Restaurant. Äußerste Geheimhaltung war angesagt. Und vor allem: Kein Bild sollte an die Presse gelangen. Dann erschienen die beiden Pressefotografen. Natürlich wurden sie sofort des Hauses verwiesen. Doch waren sie, wie sich zeigen sollte, nur vorgeschobene Tarnung. Denn als die Presse ein großes Foto herausbrachte, wurde klar, dass der Wirbel um den Hinauswurf lediglich ein Ablenkungsmanöver gewesen war.

Aus solchen Fehlern haben sie nun alle gelernt. Bis hin zu „Terminator“ Arnold Schwarzenegger, Western-Ikone Clint Eastwood, „Titanic“-Opfer Leonardo di Caprio. Denn sie ziehen es heutzutage vor, in einer der für sie bereitstehenden diskreten Nobel-Herbergen wie dem „Parker“ oder dem „Riviera“ abzusteigen.

Doch es waren nicht nur die Stars der Bühne und der Leinwand, die in Palm Springs Furore machten. Das weiß Robert Imber, der bei einer seiner „Palm Springs Modern Tour“ die Augen öffnet für architektonische Kostbarkeiten der Stadt. Kurz: für den legendären Mid-Century Modernism. Damit ist gemeint, so erklärt er, eine vom deutschen Bauhaus ausgehende Stilrichtung, die sich mit ihrer klaren Linienführung auf dem Umweg über Palm Springs in der ganzen Welt durchsetzen konnte. So werden Architekten wie William F. Cody, E. Stewart Williams, Albert Frey und Richard Neutra heute gehandelt wie echte Stars, die sichtbare Baugeschichte schrieben. Und der Besuch ihrer bahnbrechenden Entwürfe kommt einer Pilgerfahrt gleich. Das begehrteste Objekt touristischer Begierde ist natürlich das Honeymoon-Haus von Elvis. Jenes Liebesnest, in dem er mit seiner Frau Priscilla die Flitterwochen verbrachte.

Weitere Informationen bei California Tourism, www.visitcalifornia.de; oder bei www.VisitPalmSprings. com

Bei so viel Sonne tut eine Erfrischung immer gut: eine Pool-Landschaft in Hot Springs.

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