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Viel Arbeit, wenig Geld? Daniel Fromm verkauft antike Möbel übers Internet

"In meinem Geschäft ist Zukunft drin!"

Gelldorf. Daniel Fromm (28) hat in Gelldorf ein Möbellager, voll mit zum Teil recht hübschen alten Schränken, Tischen und Kommoden, die er im Internet bei Ebay zur Auktion anbietet. Zu Anfang sah sein kleines Unternehmen nach viel Arbeit und wenig Geld aus, aber wenn er jetzt mitten zwischen den Möbeln an seinem Laptop sitzt, wirkt er doch sehr zufrieden.

Begeistert nicht nur Polen: Daniel Fromm. Foto: cok

Autor:

Cornelia Kurth

"Na ja, manchmal würde ich samstags schon gerne mit meiner Freundin im Bett liegen bleiben, aber die Flohmärkte beginnen nun mal um sechs Uhr morgens", sagt er. "Wenn ich nicht schnell bin und immer auf der Suche nach neuen Stücken, dann lohnt sich die Sache nicht." Etwa 250 Kilometer im Umkreis fährt er herum, um sich seine Möbel zu besorgen, bei Händlern, über Anzeigen im "Heißen Draht" oder wenn er sie selbst bei einem Ebay-Verkäufer ersteigert hat. Das A und O seines Verkauferfolgs ist die gute Präsentation im Internet. Von allen Seiten fotografiert, mit einer ehrlichen und übersichtlichen Beschreibung versehen und mit nachvollziehen Verkaufsbedingungen angeboten, so kann es klappen, dass er auch da ordentliche Preise erzielt, wo andere Internethändler zuvor so gar kein Glück hatten. Dabei eignete er sich sein Wissen über Antiquitäten eher nebenbei an, durch Gespräche mit den Verkäufern und das Lesen einiger einschlägiger Bücher. So eine richtige Ausbildung hat er nämlich gar nicht. Nichts gefiel ihm auf der Suche nach dem, was er einmal werden könnte. Nach dem Realschlussabschluss in Stadthagen schlug er zunächst den Weg eines Kfz-Mechanikers ein, begann dann eine Lehre als Einzelhandels- und danach als Großhandelskaufmann und machte schließlich eine Umschulung zum technischen Assistenten für Informatik. Ein Jahr lang studierte er an der FH Betriebswirtschaft, aber als ihm ein Freund den Handel mit antiken Möbeln vorschlug, sagte er einfach Ja. "Ich wollte jetzt endlich mal Geld verdienen!" Gejobbt hatte er allerdings bereits als Schüler, immer konnte er fleißig sein, zupacken und auf Kosten anderer zu leben, war nie seine Sache. So hielt er den Möbelhandel auch durch, als sein Freund schon aus dem Geschäft ausgestiegen war. Er schlug sich mit Leuten herum, die ihren Schrank oder Schreibtisch in einer Anzeige angeboten hatten und dann Ladenpreise dafür haben wollten, und er musste auch schon manchmal hinnehmen, dass ein geschickt ergattertes Möbelstück für einen Appel und 'nen Ei wegging und alle Mühe umsonst gewesen war. Dafür aber entwickelte er selbst eine Neigung für Antiquitäten und hat die eigene Wohnung mit den schönsten Sachen eingerichtet. Er ist glücklich, wenn die Kunden mit ihm zufrieden sind und freut sich darüber, dass er bei ebay unter dem Namen ,antikundgut' 100 Prozent positive Bewertungen aufweisen kann. Zu seinen besten Kunden im Internet gehören jede Menge Polen, die ganz begeistert sind von schweren dunklen Möbeln aus den 20er Jahren, am liebsten mit Löwenpranken verziert, und die dafür auch ohne mit der Wimper zu zucken hohe Speditionskosten bezahlen. Sein Traum wäre es, in zwei Jahren einen eigenen Laden zu besitzen. "Keinen stöberigen Antikladen", sagt er, sondern eine modern aufgemachte "Möbelhalle", möglichst verkehrsgünstig an einer Bundesstraße gelegen. Seine Mutter würde ihm dann mit Vergnügen helfen. Die hat mal die alten Sachen der Großmutter über Anzeigen verkauft. "Und - verrückt - dabei erzielte sie sogar bessere Preise, als ich es jemals geschafft hätte", sagt er gut gelaunt. Ganz klar: "In meinem Geschäft ist Zukunft drin!"

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