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In der blauen Kolonne durch Hannover

Hasperde. Ein neues Auto ist eine schöne Sache – 34 neue Autos auf einen Schlag sind ein Ereignis. „Das hat uns schon einige Blicke gesichert beim Abholen. 34 Zugmaschinen in Kolonne quer durch Hannover“, schmunzelt Mathias Othmer, Geschäftsführer von Othmer Baustoffe. Reiseziel der blauen Invasion war Hasperde, und auf dem Betriebshof hatten die Mitarbeiter zuvor ordentlich Platz gemacht und 34 ebenfalls blaue Zugmaschinen vor dem ehemaligen Bahnhof Hasperde geparkt. „Flottenwechsel“, erklärt Othmer. Drei Jahre lang waren die Othmer-Mitarbeiter mit den jetzt ausrangierten Zugmaschinen unterwegs. Verbunden ist mit dem Flottenwechsel in diesem Jahr auch ein Komplettwechsel des Herstellers. Die Hasperder setzen weiterhin auf Produkte aus dem VW-Konzern, doch statt MAN prangt nun Scania am Kühlergrill. Die seien zwar in der Anschaffung keinesfalls günstiger, aber Othmer hat auch die Folgekosten fest im Blick. „Nehmen wir nur das Thema Spritverbrauch. Zwei Liter weniger auf hundert Kilometer klingt zunächst nicht so viel – aber übers Jahr gesehen ist das schon eine Wirtschaftlichkeitsentscheidung.“ Einmal in der Woche bestellt Othmer einen Tankwagen nach Hasperde, 1,7 Millionen Liter Diesel verbraucht die Flotte im Jahr.

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Die Frage nach den Kosten des Flottenwechsels beantwortet Othmer nur indirekt: „Für das Geld kriegt man schon drei Bugatti Veyron“, schmunzelt er. Für den Super-Sportwagen verlangt der Hersteller schon mal 1,2 Millionen Euro.

Die Investition in den Fuhrpark ist für den Geschäftsführer eine Investition in die Zukunft des Unternehmens. Und das hat sich in den vergangenen Jahren neu aufstellen müssen. Einen tiefen Einschnitt bedeutete die Schließung von Schmelzwannen im Ardagh-Werk, einer der größten Kunden der Hasperder. „Wir standen vor der Frage, ob wir zehn Fahrzeuge abschaffen und Mitarbeiter entlassen. Wir haben uns für die Umstrukturierung entschieden“, erklärt der Geschäftsführer. Weitere Strecken und ein breiteres Angebot waren die Antwort auf den Einbruch. Gefahren wird von Othmer inzwischen „alles, was auf einen Kippsattel draufpasst. Von Sand bis HTK.“ „HTK“ steht für Hühnertrockenkot, und für dieses sehr spezielle Produkt hat sich in den vergangenen Jahren ein Markt entwickelt. Othmer: „Früher waren die Hühnerbarone im Oldenburger Land froh, wenn sie das Zeug losgeworden sind. Doch mit dem Preisanstieg bei Kunstdüngern können sie es inzwischen direkt unterm Huhn wegverkaufen.“ Othmer transportiert es – und sichert damit Arbeitsplätze. „Wir sind flexibel“, hat der Geschäftsführer als klare Unternehmensstärke ausgemacht.jhr



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