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Michael Lieske sucht und kartiert Wildpflanzen in Schaumburg und Umgebung

Immer der Orchidee nach

Nienstädt. Der „Hängende Mensch“, das „Gefleckte Knabenkraut“ oder die „Schmallippige Ständelwurz“ – Michael Lieske kennt und erkennt sie alle. Der 69-Jährige aus Sülbeck ist fasziniert von wilden Orchideen.

Autor:

Kirsten elschner

Früher hat er Kakteen gezüchtet, außerdem sammelt er Wildpflanzen aller Art. Von rund 3000 Arten, die in Deutschland vorkommen, fehlen ihm nur noch gut 200.

Orchideen sucht und kartiert Lieske seit mehr als 15 Jahren. Zwei Aktenordner voll mit Orchideen aus Schaumburg und der Region hat Lieske, der im Arbeitskreis heimische Orchideen Hannover ist, bereits zusammen.

Abreißen und zu Hause pressen kommt für den pensionierten Lehrer aber nicht in Frage, die Blumen stehen nämlich unter Artenschutz. Statt der Blüten befinden sich in den Ordnern Meldebögen, mit denen er jeden Fund genau protokolliert – Name, Standort, Sorte, Größe. Welche Art er wie oft gefunden hat, dokumentieren Landkarten der Region, in die er mit bunten Punkten seine „Schätze“ einträgt.

2 Bilder

Die Faszination für Orchideen besteht für den Pflanzenliebhaber ganz einfach „in ihrer Seltenheit“. Deutschlandweit gibt es mehr als 50 unterschiedliche Orchideen, in Schaumburg sind es etwa 16 plus zwei Kreuzungen, erklärt Lieske. Um die Wildblumen in der Region ausfindig zu machen, unternimmt der 69-Jährige – oft zusammen mit seiner Frau – gezielte Wanderungen. Ungefähr einmal in der Woche macht er sich auf die Suche. „Auf der linken Seite hin, auf der rechten zurück“ – der schweifende Blick nach Orchideen ist für Lieske bereits in Fleisch und Blut übergegangen.

Die besten Fundorte in Schaumburg sind die Wälder, zum Beispiel in Sünthel und Deister. Unter anderem findet sich im Schaumburger Wald die „Epipactis helleborine“ (Bild Mitte). Einfach mal am Wegesrand die Augen offen halten, rät der Sammler. Orchideen – mit Ausnahme der Sumpforchidee – liebten kalkhaltigen Boden, und diesen fänden sie vor allem im Waldgebiet. Auch der Steinbruch im Bückeberg sei ein guter Ort, dort sei vor allem das „Gefleckte Knabenkraut“ zu finden. Ein weiterer Fundort sei Reinsen, dort habe er einmal mehrere Hundert„Orchis Mascula“ (Bild links) gezählt.

Insgesamt, sagt er, biete das Schaumburger Land aber eher schlechte Bedingungen für die Wildpflanzen – „zu viel Landwirtschaft“, meint er. Ein wahres „Eldorado“ für Orchideen gebe es in der Schweiz, wie Lieske auf Ausflügen erfahren hat. Die Vielfalt der Orchideen ist riesig, ein Laie würde so manche Pflanze wohl nicht mal als Orchidee identifizieren. Mit den Fensterbankorchideen habe die wilden Spezies nämlich wenig zu tun. Während diese ursprünglich auf den Bäumen wuchsen, findet man Wildorchideen fast ausschließlich in der Erde.




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