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Im Visier: Rodenberger Aue und Böbberbach

Hameln-Pyrmont. Mit einer hohen sechsstelligen Summe auf dem Konto will die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Hameln-Pyrmont jetzt sogenannte Flächenpools errichten. In jeder kreisangehörigen Gemeinde sollen nach der neuen Strategie Flächen zur Kompensation von Eingriffen in die Natur geschaffen werden. Kompensationsgelder für Eingriffe in die Natur sollen dadurch auch in die Kommunen fließen, in denen es die Eingriffe gegeben hat – so auch nach Bad Münder.

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Ein Flächenpool ist die Sammlung von potenziellen Ausgleichflächen, auf denen die Gemeinde – oder in diesem Fall der Landkreis – zukünftige Eingriffe durch Maßnahmen für Naturschutz und Landschaftspflege kompensiert. Die zur Verfügung stehenden Mittel stammen derzeit vor allem aus Kompensationsmaßnahmen für den Bau von Windkraftanlagen. „Wo diese Anlagen in natursensiblen Gebieten errichtet werden, können Ausgleichszahlungen in Höhe von 50 000 bis 80 000 Euro anfallen“, berichtete Amtsleiter Rainer Halbauer auf Nachfrage. Diese werden beispielsweise fällig, wenn durch Eingriffe in die Landschaft bei Bauarbeiten nicht direkt vor Ort Ausgleichsmaßnahmen vorgenommen werden können. „Da kommt schon einiges zusammen, wenn Anlagen wie jetzt im Raum Coppenbrügge errichtet werden“, erklärte der Amtsleiter.

„Der Landkreis arbeitet schon sehr lange an diesem Konzept“, erklärt die mündersche Stadtentwicklerin Anika John. Um jedoch Missverständnisse auszuschließen: Der Landkreis verwendet dafür seine eigenen Ausgleichszahlungen. Wenn in Bad Münder Windenergieanlagen entstünden, würde der Landkreis als Bauaufsichtsbehörde die Ausgleichszahlungen erhalten“, erklärt John. Die Stadt hat seit Jahren den Deisterhang im Auge, aber noch fehlen die finanziellen Möglichkeiten, um dieses Projekt anzugehen.

Halbauers Behörde will den größtmöglichen Effekt erzielen, in dem für die Flächenpools Schwerpunkte gebildet werden, für die durch konzentrierten Einsatz der Kompensationsgelder nachhaltig wirksame ökologische Aufwertungen auch unter Einbeziehung und Berücksichtigung extensiver landwirtschaftlicher Nutzung zu erzielen. Gleichzeitig werde darauf geachtet, dass die Kompensationsflächen möglichst in einer Beziehung zu landes- und europaweit bedeutsamen Flächen stehen, wie Halbauer erläuterte, um dadurch finanzielle Fördermöglichkeiten durch Land und Bund zu erschließen. Parallel dazu sei für die Flächenpools ein konkretes Zielkonzept für Entwicklungs- und, falls erforderlich, auch für Pflegemaßnahmen entwickelt worden, erklärte der Amtsleiter.

In Bad Münder sind die Gewässersysteme der Rodenberger Aue und des Böbberbaches als Flächenpools in der Entwicklung. „Diese Bereiche bieten sich aufgrund der natürlichen Gegebenheiten sehr gut an“, weiß John. Dass das Schwergewicht der Kompensationsmaßnahmen für Eingriffe in die Natur im Bereich von Gewässern liegt, hat nach Aussage der Unteren Naturschutzbehörde neben der Weiterentwicklung der Flusslandschaften zusätzlich zur ökologischen Aufwertung den Vorteil, dass gleichzeitig Synergieeffekte für den Hochwasserschutz und die Ziele der EU-Wasserrahmenrichtlinie erzielt werden können. Das Amt hat die Absicht, unter Einbeziehung der Wasserverbände und der Grundstückseigentümer mit den betreffenden Gemeinden schriftliche Vereinbarungen zur Anerkennung der Kompensationsflächenpools abzuschließen.wft/col



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