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279 Teilnehmer beim siebten 24-Stunden-Schwimmen / Gesamtstrecke: 1 960 900 Meter

Im Schnitt 140 Bahnen für jeden Teilnehmer

Obernkirchen (rnk). Schwimmbadsprecher Markus Reinecke sollte recht behalten Wer hier gewinnen wolle, der müsse über 50 Kilometer schwimmen. Als einen Tag später Christian Vogel aus dem Wasser stieg, lag er bei der Männerwertung vorn: mit 51800 Metern.

Siegerquartett: Malte Diederichsen (2.), Henriette Ismer (3.) ,

Als beste Frau schaffte Henriette Ismer mit 35700 Metern sogar noch den Sprung auf Treppchen. Zwischen beide schob sich Malte Diederichsen mit 42 000 Metern. 279 Teilnehmer verzeichnete die siebte Auflage des 24-Stunden-Schwimmen, die letzten kamen gegen 9 Uhr am Sonntag zur Anmeldung - drei Stunden vor dem Schluss der Veranstaltung. Im Durchschnitt legte jeder der Teilnehmer 7028 Meter und 32 Zentimeter zurück - das sind über 140 Bahnen, die jeder Schwimmer absolvierte. Die absolvierte Gesamtstrecke betrug 1960 Kilometer und 900 Meter. Die Teamwertung gewann (natürlich) die Mannschaft von "Twenty 4 Aua's", wäre Christian Vogel allein als Team angetreten, hätte es immer noch für den 6. Platz gereicht. An den Schnitt reichte Jannis Braun nicht heran, aber das macht nichts, denn Jannis war bei den Herren der jüngste Teilnehmer - er feierte gestern seinen 6. Geburtstag. Und auch schwimmerische Riesen wie Vogel haben ja auch einmal klein angefangen. Noch ein gutes Jahr jünger ist Liefke Ute Hilgers, die bei den Damen Die jüngste Teilnehmerin war. Gisela Hillers war mit Jahrgang 1927 die älteste Teilnehmerin, bei den Männern war Karl-Herrmann Steinsiek der Oldie. Und Heike Spier gewann mit 10 200 Metern die Nachtwertung. Um Mitternacht macht das Marathon-Schwimmen vielleicht am meisten Spaß. Es ist ruhig, im Wasser ist viel Platz und das Flutlicht sorgt für eine wunderbar behagliche Stimmung. Glück hatten übrigens alle Teilnehmer, die pünktlich am Start waren: Weil in den letzten Jahren hier Massenandrang herrschte, stiegen viele später ins Turnier. Und bescherten den Frühstartern freie Bahnen. Aber auch am Nachmittag, als es im Becken voller wurde, war Rücksichtnahme oberstes Gebot geht vor. Kurzum: Ausgezeichnete Stimmung, eine sportlich-freundschaftliche Atmosphäre im Wasser und eine Organisation, die alle kleinen und größeren Probleme mit Erfahrung und Routine löste - das gestrige Schwimmen ließ bei den Teilnehmern keine Wünsche offen. In einem Supermarkt wäre das 24-Stunen-schwimmen wohl die Süßwarenabteilung. Am Anfang stand dabei einÄrgernis: Die meisten Schüler, die zugesagt hatten, die bahnen der Schwimmer zu zählen, waren gar nicht zu ihrem Dienst gekommen. Die Ehrenamtlichen sprangen den wenigen Schülern, die ihr Wort hielten, zur Seite und saßen bis zu vier Stunden hinter den Richtertischen und füllten die bunten Teilnehmer-Karten Kästchen für Kästchen. Erwachsene Zähler haben einen großen Vorteil: Sie notieren genauer. Ein Beispiel: Wer eine gute Stunden Seite an Seite mit einem anderen Schwimmer seine Bahnen zieht und dann merkt, dass auf seiner Karte vier Bahnen weniger verzeichnet sind, weil die Jugendlichen denn doch schnell und oft abgelenkt sind, derist schnell verärgert - und zieht grummeld die nächsten vier, fünf Bahnen. Andere Probleme blieben vor der Eintrittstür. Zwar wurde es nachts ein bisschen lauter, weil sich unter die zeltenden Schwimmer auch ein paar Jugendliche gemischt hatten, die nicht schwimmen, sondern Party feiern wollten, doch eine energische Intervention von Freibad-Chefin Christine Nähring sorgte für schnelle Ruhe. Bleibt noch ein Ehrenamtlicher der besonderen Art: Jens Oliver Adam massierte die verspannten Muskeln rund um die Uhr wieder frei - und spendete gestern Mittag seinen Erlös dem Freibad. Was eigentlich allesüber diese 24 Stunden sagt.

Jannis Braun
  • Jannis Braun
Liefke Hilgers
  • Liefke Hilgers
Heike Spier
  • Heike Spier


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