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Trachtentänzer feiern und tauschen Erinnerungen aus

Im Pferdestall vom Rittergut mit Schwungübers Klavier

Apelern (nah). Die roten Röcke fliegen, und die alten Dielenbretter knarren: Mit viel Schwung hat die Apelerner Tanz- und Trachtengemeinschaft (TTG) ihr 40-jähriges Bestehen gefeiert. Das Wochenende rund um den Pferdestall auf dem Rittergut der Familie von Münchhausen war nicht nur ein Wiedersehen mit vielen Gleichgesinnten. Es wurden auch viele Erinnerungen an frühere Aktionen und Ereignisse ausgetauscht. Denn außer etlichen Einwohnern hatten sich gleich mehrere Tanz- und Trachtengruppen angemeldet. Die Farup Folkedansers waren sogar aus dem dänischen Jütland angereist.

Landesvorsitzender Wilfried Dubielüberreichte Verdienstnadeln in

Vor dem Rückblick aber stand ein Dank. Vorsitzende Dagmar Eynck freute sich über viele helfende Hände, die in fast dreimonatiger Arbeit das alte Gebäude in einen Festsaal verwandelt hatten. Die hohen Balken waren mit Fahnen geschmückt. Die Wände zierten viele Fotocollagen mit Erinnerungen an die 40-jährige Gemeinschafts-Geschichte. Damals, 1967, hatte Dorflehrer Helmut Hüfken den Volkstanz als Schulsport eingeführt, weil es noch keine dörfliche Turnhalle gab. Das machte den Jugendlichen so viel Spaß, dass sie später die "Junge Gemeinschaft" gründeten, die sich als "Tanz- und Trachtengemeinschaft Apelern" bald auch Erwachsenen öffnete. Drei Mitglieder sind seit der ersten Stunde dabei und tragen zum Teil noch immer Verantwortung: Heinz Müller, Karl-Heinz Thum sowie der damalige Junglehrer und heutige Leiter einer hannoverschen Gruppe Hartmut Barthel. Eine Auszeichnung für 25 Jahre ging an Adelheid Maurer. Der Vorsitzende des Landestrachtenverbands, Wilfried Dubiel, war aus Ostfriesland angereist und formulierte seine Grußworte in plattdeutscher Sprache. Neben dem Ehrenteller seiner Organisation für die TTG hatte er eine Reihe von Verdienstnadeln für langjährige ehrenamtliche Tätigkeit mitgebracht. Silber erhielten Renate und Wolfgang Böhme, Adelheid Maurer, Simona Vogel und Karl-Heinz Thum. Vergoldete Auszeichnungen bekamen Dagmar Eynck und Peter Seidenschnur ans Revers. Für eine Überraschung sorgte Hartmut Barthel, der in seinem privaten Archiv Dokumente aus den Anfangsjahren der Apelerner Folkloristen gefunden hatte. Der weitere Verlauf des Abends war dem Tanz zu modernen Klängen vorbehalten - und für etliche lustige Anekdoten. Da erfuhren die Anwesenden, dass auch schon einmal ein roter Rock beim Reigen rutschte und die Betroffene mutig in Schürze und Unterrock weiter tanzte. Oder dass eine Apelernerin beim "Achttourigen" mit Schwung über ein Klavier katapultiertwurde. Auch Samtgemeindebürgermeister Uwe Heilmann wusste über Schaumburger Trachten etwas beizutragen, weil er "zwischen Rotröcken aufgewachsen" sei. Bürgermeister Heinrich Oppenhausen dankte der TTG besonders für deren Engagement bei den jährlichen Seniorenfeiern im Sommer und in der Adventszeit. Das Geschenk der Gemeinde stellte er in Form einer Tasse vor: Gemeinsam von Rat und Verein ist der Becher in großer Stückzahl aufgelegt worden. Am gestrigen Sonntag konnten sich die Besucher dann so richtig sattsehen an folkloristischen Darbietungen - nicht nur auf den historischen Dielenbrettern im Pferdestall. Weil das Wetter mitspielte, kam auch die große Bühne im Schlosshof zur Geltung.



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