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Planungsbüro stellt Möglichkeiten der Stadtsanierung vor / Verkehrsströme sollen verteilt werden

Im Ortskern darf auch "abgerissen werden"

Lauenau (bab). Bei einem Rundgang durch den Kernbereich des Fleckens hat der Bauausschuss des Gemeinderates Lauenau die Möglichkeiten der Stadtsanierung ausgelotet. Mit von der Partie waren Stadtplaner Volker Petersen vom hannoverschen Planungsgemeinschaft P&R sowie Anlieger und andere interessierte Bürger. Petersen gibt Lauenau gute Chancen, in die Förderung aufgenommen zu werden. Unter Zuhilfenahme von Plänen stellte er die kritischen und die beispielhaften Ecken im Flecken vor.

Volker Petersen vom Planungsbüro erklärt dem Ausschuss und den A

Nach der Informationsveranstaltung zeigte sich, dass das Planungsbüro ähnliche Vorstellungen von der Neustrukturierung Lauenaus ausgearbeitet hat wie die Politiker und die Verwaltung des Ortes. Die Verkehrsführung im Kern des Fleckens stellt nach Petersen einen Hauptbereich der künftigen Entwicklung dar. "Hier müssen Strukturen verändert werden. Es muss eine Vernetzung des Systems, das außen herumläuft mit dem geben, was innen stattfindet", erkärte der Fachmann. Am Rundteil zeigte er auf, das es inzwischen zwei Zentren im Ort gebe, die nicht optimal miteinander verknüpft seien: das historisch gewachsene Zentrum und die dahinterliegende Entwicklung rund ums Bürgerhaus und den Gewerbepark. Die beiden Punkte sollten nach den Vorstellungen des Planungsbüros sichbar miteinander verbunden sein. "Man darf auch abreißen", sagte Petersen mit Blick auf marode oder störende Bausubstanz. Der Verkehr auf den drei Hauptachsen Rodenberger Straße, Marktstraße und Coppenbrügger Landstraße müsse besser auf den gesamten Ort verteilt werden. Der Experte glaubt, dass sonst das alte Zentrum verkümmern könnte. Durch die bisherige Entwicklung werden bereits Straßen wie die Lange Straße anders genutzt als früher. "Es ist verkehrsmäßig nicht mehr viel los, es gibt aber viel Platz", sagte Petersen. Durch eine bessere Gestaltung der freien Räume - beispielsweise durch Bepflanzung - könne der Bereich aufgewertet werden. Ein weiterer Punkt, der nach den Vorstellungen von "Park and Ride" verändert werden müsse, ist die Einmündung der Carl-Sasse-Straße zur Coppenbrügger Landstraße. Aber auch Details wurden erörtert. Petersen zeigte dazu Fotos von störenden Elemente an Häuserfronten, gestörten Sichtachsen oder verbauten Häusern, die sich nicht in ein einheitliches Stadtbild fügen. "Nur im öffentlichen Raum ist eine Stadtsanierung nicht zu erreichen", erklärte er. Auch die privaten Maßnahmen müssten mitbedacht und unterstützt werden. Am Beispiel der St.-Lukas-Kirche zeigte der Stadtplaner, wie diese besser in den öffentlichen Raum intergriert werden könnte. Für das Gebiet zwischen Heimatmuseum und Schloss traf er genau die Vorstellungen, die im Flecken bereits angedacht sind. Dort könnten Altenwohneinrichtungen errichtet werden. Gemeindedirektor Uwe Heilmann betonte deshalb noch einmal, dass das Rundteil "Platz-Charakter" bekommen müsse. Die Vorstellungen des Planers kämen den eigenen Planungen entgegen. Man solle den alten Ortskern nicht von der Entwicklung abhängen. Jörg Döpke vom Bauamt unterstrich dafür erneut die Bedeutung des Verkehrsraumes, der deshalb neu geordnet werden müsse. Das Planungsgebiet wurde vorläufig vom Bauhof im Norden bis zur Straße Langer Garten sowie ein Stück der Molkereistraße im Süden eingegrenzt. Die Anlieger im Mühlenwinkel im Westen liegen im Plangebiet und im Osten schließt das Areal Gebäude I des Gewerbeparks ein.

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