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Wenn es trocken bleibt, sind die Schausteller zufrieden / Eine Million für den Autoscooter

"Im nächsten Jahr wird alles viel größer"

Obernkirchen (jaj). Petrus hat es in den letzten Jahren nie wirklich gut mit dem Barbarossa-Markt gemeint. Wie zur Wiedergutmachung schien am Wochenende lange Stunden die Sonne und bereitete so den Besuchern und Schaustellern pures Marktvergnügen.

Die Schausteller zeigten sich mit dem Besucherzulauf sehr zufrieden. "Es waren viele Menschen auf dem Markt. Dem Wetter sei Dank", erzählt Timo Noak, der zusammen mit seiner Frau den Musikexpress auf dem Marktplatz betreibt. Und auch seine Schwiegermutter Ursula Steuer, die den Barbarossa-Markt organisiert, zeigt sich mit dem Verlauf des Marktes nach drei Tagen zufrieden. "Die Arbeit eines Ausstellers ist hart, umso schöner istes, wenn wir gutes Wetter haben und der Umsatz stimmt." Ursula Steuer ist bereits seit 45 Jahren "auf der Reise". So nennen die Schausteller selbst ihre Arbeit. Geboren ist sie "als private", erst, als sie ihren Mann kennenlernte begann ihr unstetes Leben. "Wir sind von Karneval bis zwei Tage vor Weihnachten jede Woche auf einem anderen Markt", erzählt sie. Das ist nicht immer einfach. Gerade wenn schulpflichtige Kinder in den Familien sind. Steuer selbst hat vier Enkelkinder, die alle in Lemgo zur Schule gehen. Sie werden jeden Morgen von einem Familienmitglied in die Schule gefahren und nachmittags wieder abgeholt. Egal, wo gerade Markt ist. "Das ist für die Kinder natürlich anstrengend. Sie müssen früher aufstehen, da sie noch eine lange Fahrt vor sich haben", ist sich die vierfache Großmutter bewusst. "Die Alternative wäre jedoch, dass die Kinder während der Schulzeit in Internaten oder Pflegefamilien leben." fügt sie hinzu. Und das wollen weder die Kinder, noch die Eltern. Auch Steuers drei Kinder haben sich entschlossen, auf die Reise zu gehen. "Obwohl ich mir eigentlich gewünscht habe, dass sie ,privat' geblieben wären. Immerhin haben alle Realschulabschluss oder Abitur", sagt sie mit einem Lächeln. Doch die Kinder tun nun mal nicht immer, was sich die Eltern wünschen. "Und es ist ja auch schön, dass ich sie immer um mich hab". Einer ihrer Söhne betreibt den Autoscooter, der der modernste in ganz Europa ist. Wie wichtig es ist, dass das Fahrgeschäft jedes Wochenende in Betrieb ist, machen die hohen Anschaffungskosten deutlich. Rund eine Million Euro muss man für solch einen Autoscooter rechnen. Alleine die kleinen Autos kosten so viel wie ein Kleinwagen. Etwa 9000 Euro pro Stück. Schwer wird es, wenn ein Schausteller durch Krankheit ausfällt. Auch auf dem Obernkirchener Markt sind zwei Plätze leer geblieben, da die Betreiber aus privaten Gründen kurzfristig absagen mussten. "Ersatz zu finden, ist durch den Generationenwechsel nicht leicht", erklärt Steuer. Auch wenn ihre Kinder alle in ihre Fußstapfen getreten sind, sei das nicht die Regel. "Immer mehr ältere Kollegen müssen aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Und es gibt nicht immer jüngere, die nachkommen" Auch wenn zwei Plätze leer blieben, bot der Barbarossa Markt viel für Jung und Alt. Die Fahrgeschäfte waren stets gut besucht, und gerade die Kleinsten stärkten sich gerne mit Zuckerwatte. Besonders toll fanden jüngere Besucher das Punkte-Karten-Prinzip an den Gewinnspiel-Ständen. Dort konnte anstatt eines kleinen Preises eine Karte gewählt werden, auf der die erreichte Punktzahl eingetragen wird. "Ich sammel einfach so viele Karten, bis ich 75 Punkte habe. Dann kann ich mir was ganz großes aussuchen", erzählt Marcel Warnecke. Er hat sogar noch Karten vom letzten Barbarossa-Markt aufgehoben. "Damit schaffe ich das dieses Jahr". Als Neuerung fand in diesem Jahr das erste Mal ein Trödelmarkt auf dem Bornemannplatz statt. Sonnabend und Sonntag boten viele Händler aus Obernkirchen, aber auch aus dem nahen und fernen Umkreis ihre Waren an. Dabei ist die Organisation dieses Trödelmarktes gar nicht einfach gewesen. "Normalerweise bereiten wir so einen Markt etwa drei Monate lang vor", erzählt Udo Wilkening vom Markthändlerverein. "Allerdings sich erst vor zwei Wochen ergeben, dass wir an diesem Wochenende in Obernkirchen sind". So konnte nicht ganz so detailliert geplant werden, wie es Wilkening und Günter Gauß, Mitarbeiter des Mitveranstalters Opitz-Veranstaltung, gewohnt sind. "Es gibt extra Händlerzeitschriften, in denen wir eigentlich inserieren", erklärt Gauß. "Diese brauchen jedoch einen Vorlauf von zwei Monaten". So wurde der Obernkirchener Markt auf Plakaten und im Internet angekündigt. Zufrieden waren die beiden Veranstalter trotzdem: "Im nächsten Jahr soll alles noch größer werden", wünscht sich Gauß für die Zukunft.




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