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Rintelner, Kalletaler und Extertaler rocken das weltgrößte Heavy-Metal-Festival

Im Konvoi pilgern die "Metalheadz" ins beschauliche Dörfchen Wacken...

Rinteln/Wacken. Wacken heißt das kleine 2000-Seelen-Dorf, zehn Kilometer nördlich von Itzehoe und 50 Kilometer nordwestlich von Hamburg. 362 Tage im Jahr herrscht hier "Normal- zustand" - drei Tage lang erhöht sich die Einwohnerzahl um rund 80 000 Menschen. Es ist "Das Wacken", das weltgrößte Open-Air-Festival der Heavy-Metal-Szene.

Autor:

Sebastian Koschinski

Dienstagmorgen, 6 Uhr: Ich warte mit meinem Gepäck darauf, abgeholt zu werden. Die Vorfreude ist groß, es geht endlich wieder nach Wacken. Mit einem großen Konvoi aus Bullis, Wohnwagen, Wohnmobilen, Anhängern und vielen weiteren Fahrzeugen machen wir uns auf den Weg zum Mekka des Metals. An der ersten Raststätte haben schon alle - außer natürlich die Fahrer - ihr drittes Bier und die erste Met-Pulle vernichtet; Alkohol und Wacken gehören irgendwie zusammen, so ist es schließlich nicht immer. Im Konvoi etwa 25 "Metalheadz", die aus Rinteln, Kalletal und dem Extertal kommen. Das alljährliche "Pilgern" nach Wacken ist schon zur Tradition geworden und es kommen jedes Jahr mehr Leute dazu. Nach einer guten Fahrt erreichen wir endlich Wacken und schlagen unser Lager auf. Nun heißt es bis Sonntag nur noch "Sex, Beer and Heavy Metal"! Es ist die Stimmung auf dem Platz, die Wacken zu dem macht, was es ist, und weswegen Metal-Fans aus aller Welt anreisen, um es mitzuerleben: hier ein Nackter, dort zwei, die im Matsch catchen, da wird Trichter-Saufen veranstaltet und hinten um die Ecke wird zu AC/DC mitgegrölt und "geheadbangt". Das Erste, was man macht, wenn man morgens aus seinem Zelt aufersteht: sich ein kühles Bier zapfen, eine Dose Ravioli öffnen und diese kalt verzehren. Das ist halt Wacken und nicht das geordnete Zuhause, in das man sich nach fünf Tagen Ausnahmezustand erst wieder integrieren muss. Man kann dieses Wacken-Feeling mit Worten eigentlich gar nicht beschreiben. Hinfahren und selber erleben lautet hier mein Ratschlag. Hier ist jeder frei, nichts ist ein "Muss", alles ist nur "Ich will!". Ein weiterer Punkt, den man unweigerlich mit dem W.O.A (Wacken-Open-Air) in Verbindung bringen kann, ist seine friedliche Atmosphäre. Menschen aus aller Welt feiern hier friedlich zusammen und es gibt eine Sprache, die alle verbindet - und das ist die Musik! Mein persönliches Highlight beim Wacken 2008 war die Show von Iron Maiden am Donnerstagabend. Die Jungs sind keineswegs eingerostet, sondern rocken wie in ihren besten Jahren. Vielleicht haben die "besten Jahre" für sie ja auch erst angefangen. Wenn einer weiß, wie man das Publikum für sich gewinnt, istdas wohl Bruce Dickinson, der Sänger und Frontmann von Iron Maiden. Er ist eine der Kultfiguren in der Metal-Szene. Das Wacken-Open-Air wurde 1990 aus einer Kneipen-Idee heraus gegründet und hat sich seit dieser Zeit zu dem entwickelt, was es heute ist: das größte Heavy-Metal- Festival der Welt. Das erste Festival hatte eine Bühne und es waren etwa 800 Besucher da. Heute wird das Gelände von fünf Bühnen beschallt und über 80 000 Metal-Fans fallen ins beschauliche Dorf Wacken ein. Die Anwohner tolerieren das Festival nicht nur, sondern sie bringen sich selber ein und feiern jedes Jahr mit. Es ist zur Tradition geworden, dass sich die Bewohner zu Kaffee und Kuchen in ihren Garten setzen und sich dieses unglaubliche Schauspiel anschauen. Die Einfahrten werden zu Verkaufsständen umgebaut und man bekommt Bier, belegte Brötchen oder eine saubere Toilette direkt von den Wacken-Bewohnern an der Straße angeboten. Die Wackener Feuerwehr bringt sich jedes Jahr auf besondere Weise in das W.O.A ein, indem sie das Festival mit ihrer Kapelle, genannt "Die Wackener Firefighters", eröffnet. Dieses Eröffnungskonzert wird von den "Metalheadz" immer gut besucht und es wird zu den Feuerwehrliedern mitgesungen und mitgeschunkelt; so auch in diesem Jahr. Nächstes Jahr steht das 20. Wacken-Jubiläum an. Die limitierten X-Mas-Tickets, die noch ein T-Shirt und verschiedene andere Gimmicks enthalten, sind auf 10 000 Stück begrenzt und waren am ersten Verkaufstag schon komplett vergriffen. Die Leute, die kein Ticket mehr ergattern konnten, müssen nun die nächsten Wochen abwarten, denn dann wird das reguläre Ticket für das W.O.A 2009 auf den Markt gebracht...




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