weather-image
18°
50 Mitglieder münderscher Wehren üben im Gerätehaus den Einsatz unter Atemschutz

Im Ernstfall entscheidet die Erfahrung

Bad Münder (jhr). Hinter der schweren Stahltür lauert die Ungewissheit – doch der Trupp muss rein. Also: Tief in die Hocke gehen, die Tür abfühlen („Die wird richtig heiß, wenn’s dahinter brennt“), Tür kurz öffnen und in den verqualmten Raum hinein, zunächst so tief wie möglich am Boden entlang. Vorbildlich macht das der vierköpfige Trupp aus Hachmühlen, als wenn die Männer und Frauen in orangenen und schwarzen Schutzjacken nicht wüssten, dass es sich um eine Übung handelt und hinter der Tür zur Fahrzeughalle statt giftigem Qualm und Flashover-Gefahr nur dicht wabernder Disconebel lauert. „Sehr gut“, lobt Christoph Gehlen, Atemschutzwart der Stadtfeuerwehr, der den Trupp kurz zuvor eingewiesen hat. Eine Gießkanne sollen die Übenden „retten“, doch das ist nicht wichtig: „Wichtig ist, dass die Belastung bei einem Einsatz mit Atemschutzgerät geübt wird – denn die kann enorm sein“, sagt Gehlen. Rund 50 Mitglieder münderscher Wehren sind seinem Aufruf gefolgt, wollen den Übungsparcours durchlaufen. Mit dem mehr als 20 Kilo schweren Pressluftatmer auf dem Rücken den Korb der Drehleiter in 15 Metern Höhe erklimmen, sich in einem Raum fast ohne Sicht zurechtfinden, einen Bewusstlosen aus einem Fahrzeug retten.

270_008_4195633_lkbm201_04.jpg

Vorgeschrieben ist für die 186 ausgebildeten Atemschutzgeräteträger der Stadt jährlich eine Leistungsprüfung, alle drei Jahre zudem eine ärztliche Untersuchung. „Realitätsnahe Übungen helfen, sich auf die Situation im Ernstfall vorzubereiten“, sagt Gehlen – Atemschutzgeräteträger kämpfen bei einem Brand an vorderster Front.

270_008_4195643_lkbm201_04.jpg
Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare