weather-image
22°
Waffenbehörde stimmt sich mit Polizei und Staatsanwaltschaft ab

Illegale Waffen straffrei abgeben

Hameln/Bad Münder (ndz). Die Waffenbehörde des Landkreises lässt sich derzeit routinemäßig von den Waffenbesitzern die sichere Aufbewahrung ihrer Waffen und Munition nachweisen (NDZ berichtete). In der Folge dieser Aufforderungen wurden seit Jahresbeginn 130 Schusswaffen zur Vernichtung abgegeben.


„Die Aufforderung der Waffenbehörde führt offensichtlich dazu, dass sich viele Waffenbesitzer mit den Fragen nach den entstehenden Kosten für eine sichere Aufbewahrung auseinandersetzen und auch darüber, ob sie ihre Waffe noch benötigen“, erklärt Landkreis-Sprecherin Anja Hegener. Im Kreisgebiet leben derzeit rund 3000 registrierte Waffenbesitzer. 1600 benötigen ihre Waffen als aktive Sportschützen oder Jäger, die übrigen Waffenbesitzer haben ihre Waffen entweder ererbt oder besitzen sie als Altbesitz. Altbesitz bedeutet, dass Waffen oder Munition aufgrund einer vor Inkrafttreten des Waffengesetzes 2003 erteilten Erlaubnis erworben und besessen wurden. Nach dem Amoklauf von Winnenden ist die Frage des privaten Waffenbesitzes verstärkt ins öffentliche Interesse gerückt. Das Innenministerium ist daraufhin an die Waffenbehörden herangetreten und hat diese darum gebeten, die Kontrollen des privaten Waffenbesitzes zu intensivieren. Daneben sollen Anreize für Privatbesitzer zur Abgabe von Waffen und Munition geschaffen werden.

Amnestie für Abgabe illegaler Waffen

Legale Waffen können bereits jetzt kostenfrei bei der Waffenbehörde zur Vernichtung abgegeben werden. „Illegale Waffen, mit denen keine Straftaten begangen wurden, sollen ebenfalls unproblematisch bei den Waffenbehörden abgegeben werden können, ohne dass Strafverfolgungsmaßnahmen ausgelöst werden. Das ist das Ziel unserer Waffenbehörde, das wir in enger Abstimmung mit Polizei und Staatsanwaltschaft erreichen wollen“, erläutert Gerhard von Zobeltitz, Dezernatsleiter Ordnung und Sicherheit.

Waffen, die zur Vernichtung abgegeben werden, sollen laut Innenministerium von den Waffenbehörden künftig kostenlos entsorgt werden. Im Kreis ist dies bereits gängige Praxis. Auch eine kostenlose Abholung der Waffen wird bereits angeboten, insbesondere in den Fällen, in denen der Weg zur Waffenbehörde illegal wäre. „Wir begrüßen die Initiative des Innenministeriums sehr und werden uns in jedem Fall anschließen“, so von Zobeltitz. Damit eine einheitliche Handhabung abgestimmt werden kann, findet ein Gespräch mit Vertretern der Staatsanwaltschaft und der Polizeiinspektion statt. Ansprechpartner beim Kreis ist Rudolf Trampe (05151/ 903-2509).



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt