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Bürgermeister Buchholz fordert IGS für Rinteln und neue Bedarfsermittlung auch in Nachbargemeinden

"IGS bedeutet Aus für Haupt- und Realschule"

Rinteln (crs). Rinteln braucht eine IGS - und zwar so schnell wie möglich. Das ist der erklärte Wille von Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz: Geht es nach ihm, beantragt der Rat am 25. September die Einrichtung einer IGS zum 1. August 2009. Für diesen Wunsch der Rintelner Eltern nimmt Buchholz auch den Abschied vom dreigliedrigen Schulsystem in Rinteln in Kauf - denn für IGS, Haupt- und Realschule nebeneinander gibt es wohl zu wenig Schüler in der Weserstadt.

"Wer ehrlich zu den Bürgern ist, muss das so sehen", sagt Buchholz und spricht damit das Aus für Rintelns Haupt- und Realschule offen an. Die Prognosen geben ihm Recht: Der Landkreis rechnet in einer aktuellen Kreistags-Vorlage für das Jahr 2015 bei dann 570 verfügbaren Gesamtschulplätzen und sinkenden Schülerzahlen mit kreisweit nur noch 70 Schülern für Haupt- und Realschulen. Aus derzeitiger Sicht soll es aber auch nach einer Einführung der vom Kreistag beschlossenen Gesamtschulen in Obernkirchen, Helpsen und Rodenberg mit Rinteln, Bückeburg, Stadthagen und Lindhorst vier Haupt- und Realschulstandortegeben. "Und das bei nur noch 70 Schülern? Dieses System kann nicht funktionieren", ist Buchholz realistisch. Auch bei einem Aus für Rintelns Haupt- und Realschule sieht Buchholz die vom Land geforderte Dreigliedrigkeit des Schulwesens trotzdem erfüllt: Rintelner Kinder können als Fahrschüler Haupt- und Realschule zum Beispiel in Bückeburg besuchen, "das ist eine zumutbare Entfernung". In jedem Fall geplant ist laut Buchholz ein fließender Übergang: In aller Ruhe sollen alle Haupt- und Realschüler ihre Schullaufbahn an ihrer Schule zu Ende bringen. Gestützt wird die Position des Bürgermeisters von sämtlichen Schulleitern im Stadtgebiet: Sowohl die Grundschulleiter als auch die Rektoren von Realschule, Hauptschule und Gymnasium haben in Gesprächen mit Buchholz die Einrichtung einer IGS in Rinteln als "vernünftige Lösung" eingeschätzt. Entscheidend ist dabei vor allem der Elternwille. In der Bedarfsumfrage des Landkreises hatten sich 235 Eltern von Rintelner Grundschülern für eine IGS ausgesprochen - und dabei war damals als nächstgelegener Standort lediglich Obernkirchen im Gespräch. Für die insgesamt sechs IGS-Jahrgänge bedeute dies eine Fahrschüler-Zahl von 350 Rintelner Kindern, rechnet Buchholz hoch: "Das sind beinahe sieben Busse." Das könne Rinteln als Mittelzentrum nicht zulassen: "Wir wollen nicht, dass diese jungen Menschen mit dem Bus in eine andere Stadt fahren müssen." Aber nicht allein für die Schüler sei eine IGS in Rinteln wichtig: "Auch die Lehrer müssen den Schülern hinterherreisen" - und ziehen womöglich fort. Buchholz fordert für den IGS-Standort Rinteln eine neue Elternbefragung durch den Landkreis, die alle Nachbargemeinden miteinbezieht. Denn die erste Umfrage hatte sich wegen des vermeintlich geringeren Umbauaufwands allein auf die Schulzentren im Landkreis konzentriert. Aber: Durch die landesgesetzlich festgelegte Fünfzügigkeit sind jetzt auch dort Umbauarbeiten erforderlich - der Landkreis spricht von einem "nicht unerheblichen Erweiterungsbedarf" für Obernkirchen, Helpsen und Rodenberg. Anders in Rinteln: Mit der Realschule am Kollegienplatz und der Hauptschule am Ostertor stehen zwei Schulgebäude zur Verfügung. "Da kriegen wir fünf Züge unter", ist Buchholz optimistisch. Und das neue niedersächsische Schulgesetz erlaubt anders als bislang Außenstellen. Nicht weiter von der Entwicklungüberrollen lassen will sich Buchholz und fordert daher die Einrichtung einer Rintelner IGS bereits zum Schuljahr 2009/2010. "Wir haben die IGS-Dynamik recht spät erkannt", räumt Buchholz offen Versäumnisse von Politik und Verwaltung ein. Umso energischer soll das Vorhaben jetzt angepackt werden.




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