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IG BCE holt Experten an den Tisch

Bad Münder. Für die mündersche IG BCE-Ortsgruppe um ihren Vorsitzenden Hans-Georg Diekmann ist es ein gewaltiger Kraftakt: Sie organisiert eine hochkarätig besetzte Tagung zur Energiewende – weil sich nach Auffassung der Industriegewerkschaft derzeit dramatische Fehlentwicklungen abzeichnen, die auch die Glasindustrie als großen Arbeitgeber in der Region gefährden können.

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Das Schreckensszenario, das für Diekmann im Raum steht: Unternehmen mit energieintensiver Produktion wie Glashütten, Stahlwerke oder Chemiefabriken könnten künftig nicht mehr von der sogenannten EEG-Abgabe befreit werden. Das Kürzel EEG steht für „Erneuerbare Energien-Gesetz“ und zwingt Stromkunden in Deutschland dazu, für den Bau von neuen Anlagen, etwa im Bereich Windkraft oder Solar, einen bestimmten Obolus zu entrichten. Die Aufhebung der Befreiung könnte für die Arbeitsplätze in der münderschen Ardagh-Glashütte, in der Diekmann als Betriebsratsvorsitzender tätig ist, massive Probleme bereiten, rechnet er vor: Statt bislang 2600 Euro würden die Kosten je Arbeitsplatz auf 14 000 Euro steigen. „Das unternehmen würde rote Zahlen schreiben – es geht also auch um Arbeitsplätze hier vor Ort.“ Die von der Bundesregierung im Rahmen der Energiewende getroffenen Beschlüsse hätten kurz- und langfristige Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt. Sie schafften Arbeitsplätze in bisher unbekannten, neuen Bereichen und gefährdeten Arbeitsplätze in traditionellen Branchen.

Aufklärung tut also not, so der Ansatz der Ortsgruppe, und sie greift dafür tief in die Tasche. In Zusammenarbeit mit dem INEP-Institut Oldenburg hat Diekmann Prof. Klaus Töpfer für die Veranstaltung am Sonnabend, 2. November, gewinnen können. Der ehemalige Bundesumweltminister ist Leiter des Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) in Potsdam und Co-Vorsitzender der Ethikkommission für eine sichere Energieversorgung der Bundesregierung. „Unstrittig ein international anerkannter Experte“, sagt Diekmann. Ebenfalls auf dem Podium: Der Niedersächsische Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr Olaf Lies. Erst gestern stellte seine Landesregierung in Berlin Kernpunkte eines Reformpapiers vor, mit dem die Energiewende neu ausgerichtet werden könnte. „Die Energiewende bietet für die norddeutschen Länder große Chancen“, ist sich Diekmann sicher – allerdings bedürfe es dringend neuer Konzepte, die er derzeit weder bei der CDU noch bei der SPD oder den Grünen entdecke. Das Thema der Tagung „Energiewende – Jobkiller oder Wachstumsmotor?“ wird sich auch in der Diskussionsrunde wiederfinden, in der als dritter Gesprächspartner Landesbischof Ralf Meister sitzt. Über dessen Zusage freut sich Diekmann sehr, bezeichnet Meister die Energiewende doch als eine der wichtigsten politischen Herausforderungen. Die Kirche könne eine wichtige Rolle als Vermittlerin spielen.

Die Tagung findet am Sonnabend, 2. November, ab 18.30 Uhr im Martin-Schmidt-Konzertsaal statt. jhr

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