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Jugendaustausch: Wie der Inhalt eines Koffers zur Verständigung zwischen Ost und West beitragen soll

„Ich zeige dir meine Heimat“

Flegessen (bdi). „Und wo ist unserer Koffer?“ fragt ein Junge am Schluss unternehmungslustig. „Na, den müssen wir erst noch packen, wenn wir uns selbst auf dem Weg machen“, antwortet Ralf Beckurts. Schließlich steht die eigene Reise noch aus. Am Wochenende waren die Mitglieder der Jugendfeuerwehr Flegessen zunächst nur Gastgeber für eine Gruppe von Pfadfindern aus Gerbstedt, Dobis und Friedeburg nahe der Stadt Halle. Diese hatten ganz besondere Grüße aus ihrer Heimat im Gepäck.

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Als Teilnehmer des Jugendprogramms „Hin und weg – ich packe meinen Koffer und zeig‘ Dir meine Heimat“ hatte die Jugendfeuerwehr in Flegessen Besuch aus Ostdeutschland bekommen. Die neunköpfige Gruppe aus Sachsen-Anhalt hatte nicht nur einige Gegenstände mitgebracht, die typisch für ihre Heimat sind, sondern auch eine gesunde Portion Neugierde auf das, was sie in Flegessen und Umgebung erwartete. Nach anfänglichen Berührungsängsten hätten Gäste und Gastgeber schnell zueinander gefunden, stellt Jugendfeuerwehrwart Beckurts bei einer ersten Zwischenbilanz zufrieden fest. „Die Aktion hat damit ihren Zweck erfüllt“, beurteilt er das von der Stiftung Demokratische Jugend ins Leben gerufene Besuchsprogramm, bei dem sich seine Jugendfeuerwehr erfolgreich um Teilnahme beworben hatte. Denn als die Pfadfinder aus Sachsen-Anhalt ihre Koffer auspackten, war schnell klar: Beide Regionen haben erstaunlich viele Gemeinsamkeiten: Die Landwirtschaft spielt im Raum Halle eine große Rolle und auch noch immer die Salzgewinnung. Ebenso wie in Bad Münder, zeugt sie auch dort von vergangenen Traditionen und Reichtümern. Und was für die Hameln-Pyrmonter die Weser, ist für die Besucher aus Gerbstedt die Saale – ein Fluss, der trotz chemischer Verschmutzung in DDR-Zeiten inzwischen wieder so sauber und klar ist, dass man darin schwimmen kann. Als Beweis hatten die Pfadfinder gleich ein Glas Flusswasser mitgebracht.

Doch nicht nur Dinge zum Anschauen waren mit in den Koffer gewandert, auch „Halloren“. Die Mozartkugeln ähnelnde Schokoladenspezialität aus Halle schmeckte allen so gut, dass sie die Rückreise gar nicht mehr antrat. Und auch ein regionales Getränk durften die Flegesser am Abend probieren: Betreuerin Karin Mantel bereitete Tschai zu, ein warmes Gemisch aus schwarzem Tee, Fruchtsaft und Obst.

Gemeinsam besuchten die Jugendlichen etwa das örtliche Hofcafé, waren aber auch viel in der freien Natur unterwegs, wie Beckurts erzählt. Nach Abstechern zu Panoramaweg und Wassertretstelle führte gestern noch ein Ausflug nach Hameln. Dabei erwiesen sich die Flegessener als gute Gastgeber. Bald sind sie es, die als Botschafter ihrer Heimat ausschwärmen. Ziel soll dann Gadebusch in Nordwestmecklenburg sein. Die Stiftung hofft, durch ihre Idee dauerhafte Kontakte zwischen jungen Menschen in Ost- und Westdeutschland knüpfen zu können. Zumindest am vergangenen Wochenende schein die erste Annäherung gelungen zu sein. „Es ware eine schöne Zeit“, meint Beckurts.



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