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Feuerwehr und THW bieten Kindern aus Mogilev Spaß und Aktion am und auf dem Mittellandkanal

"Ich willüberhaupt nicht mehr nach Hause"

Stadthagen/Pollhagen (sk) . Bereits zum vierten Mal haben die Ortsfeuerwehr Stadthagen und das Technische Hilfswerk (THW) Kinder aus der weißrussischen Stadt Mogilev zu Spielen und Bootsfahrten am und auf dem Mittellandkanal eingeladen. Auf Einladung der Stadt Stadthagen und mit Unterstützung des Freundeskreises "Saluta" erholen sich 30 Jungen und Mädchen aus Mogilev drei Wochen im jbf-Centrum auf dem Bückeberg.

Der Mittellandkanal ist nicht der Dnjepr - am drittgrößten Strom Europas liegt die Stadt Mogilev - trotzdem: Das Bootfahren auf der künstlichen Wasserstraße hat den Kindern sehr viel Spaß gemacht, zumal der Antrieb nicht per Paddel oder Segel erfolgte. Ein 40-PS-Motor jagte das blaue THW-Boot über das Wasser und ging rasant in Schräglage, wennBootsführer Mario Trodde eine enge Kurve steuerte. Auf dem Kanal ging es jeweils etliche hundert Meter vor dem Anlegeplatz an der Pollhäger Kanalbrücke hin und her, bevor die nächste "Besatzung", sicher eingepackt in Schutzwesten, in den blauen Flitzer kletterte. "Klasse!" kommentierte der 13-jährige Anton die Bootsfahrt. Der Junge aus Mogilev hat in den vergangenen 14 Tagen ein paar deutsche Wörter gelernt. Anton, zu klein und zu schmächtig für seine Alter, strahlte über das ganze Gesicht. Heimweh nach Mogilev hat er nicht. "Ich will überhaupt nicht nach Hause", übersetzte Betreuerin Tamara Aklowich den 13-Jährigen. "Die genießen die Zeit - alle", beschrieb Aklowich die Gemütslage der 30 Jungen und Mädchen im Alter zwischen neun und 15 Jahren, die sich drei Wochen lang in Schaumburg erholen. Die meisten Kinder sind untergewichtig, viele im Wachstum gestört - eine Folge der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl vor 22 Jahren. Die jungen Gäste aus Mogilev werden in Schaumburg bestens versorgt. Die Kühlschränke im jbf-Centrum seien immer gefüllt, so Aklowich. Mindestens fünf Mahlzeiten werden den Kindern täglich geboten. Für die Unterbringung und Verpflegung der Kinder haben Bürger insgesamt 15 000 Euro gespendet, so Fritz Wehling. Der Stadthäger Hauptamtsleiter freut sich sowohl über die Spenden wie auch über das ehrenamtliche Engagement von Vereinen, Verbänden und Privatleuten, die die Freizeit für die Kinder aus Weißrussland gestalten.




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