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...ein Klinikum!“: Erster Spatenstich und Schlüsselübergabe in der Feldmark

Ich sehe was, was Du nicht siehst

Vehlen. Gestern, 15.45 Uhr in der Feldmark: „Ein Platz, wie geschaffen für ein Gemeinschaftsunternehmen“, strahlt Jürgen Johannesdotter – und greift zum Spaten. Landrat Jörg Farr und die Führungsriege der Krankenhausprojektgesellschaft (KPG) tut es dem Ex-Landesbischof nach. Augenblicke später fliegen sechs Erdschollen durch die Luft. Der erste Spatenstich zum Neubau des Klinikums Schaumburg – ein Gemeinschaftsunternehmen.

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Knapp 35 geladene Gäste umfasst die kleine Festgesellschaft, die sich bei sengender Sonne und Bratwurst vom Grill auf dem Baufeld versammelt hat. Fünf davon werden das Wort ergreifen, am plastischsten Johannesdotter als Chef der Stiftung Krankenhaus Bethel und „Repräsentant der Urzelle“ des künftigen Klinikums, wie es KPG-Geschäftsführer Claus Eppmann ausdrückt.

„Ich sehe was, was Du nichts siehst“, sagt der Geistliche in Anlehnung an das alte Kinderspiel. Und sieht: „Ein Klinikum, mitten in der Pampa.“ Dass es vom ersten Spatenstich bis zur Einweihung noch ein weiter und steiniger Weg ist, das verkennt Johannesdotter nicht. Auch nicht, dass viele Bürger einstweilen nur die Steine sehen. „Am Grunde eines Problems sitzt immer ein Deutscher“, hat Voltaire einmal gesagt und der Gottesmann spricht es ihm nach. Er wirbt dafür, angesichts des 130-Millionen-Euro teuren Projekts nicht „Ach...“ zu seufzen, sondern ein „Ja!“ hinzuzufügen. Ja, der Stiftungschef wirbt für eine „große Koalition der Ja-Sager“.

Einer, der dazugehört, ist Jörg Marx. „Wir glauben an dieses Projekt und wir glauben an die Planung“, sagt der Agaplesion-Vorstand Finanzen und IT. Einer, der dazugehört, ist aber auch Jörg Farr. Schaumburgs Landrat erinnert an die „wegweisende Strukturentscheidung“, die ein „mutiger“ Kreistag in Sachen Neubau des 437-Betten-Hauses getroffen hatte. Über den Erfolg des Klinikums würden am Ende aber die medizinischen Angebote, die Kompetenz der Ärzte und die Qualität des Pflegepersonals entscheiden. Doch so weit ist es noch nicht. „Im Sommer Staub, im Winter Schlamm: Für die Nachbarn wird es nicht immer reibungsfrei abgehen“, weiß Farr. Sein Appell: „Gehen Sie auf die Bauleitung und die Baufirmen zu, sprechen Sie die an.“ Denn mit dem gestrigen symbolischen Spatenstich beginnt ab heute die heiße Phase des Bodenaushubs. Anders ausgedruckt: Von nun an rollen die in den Bürgerversammlungen angekündigten Lkw durch Obernkirchen und Ahnsen.

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  • Während des ersten Spatenstichs wird nur wenige Meter entfernt schon die ganz große Schaufel geschwungen.
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  • KPG-Geschäftsführer Claus Eppmann hat den allerersten Schlüssel fürs Klinikum in der Hand: „Er ist für die Tür im Zaun des Feuerlöschteichs da hinten bestimmt.“ tw (3)

„Wenn wir alle gemeinsam träumen, beginnt eine neue Wirklichkeit“, betont Elisabeth Garner-Lischka. Die Krankenhausseelsorgerin: „Damit das Klinikum ein wirklich guter Ort wird, ist viel mehr nötig, als Zahlen, Fakten und Bilanzen.“ Sie hofft am Standort Feldmark auf eine Kultur der Offenheit, des Willkommenseins und des gegenseitigen Anerkennens.

„Ich habe was, was Du nicht hast“, dreht Eppmann schließlich den Titel des alten Kinderspiels um – zaubert den allerersten Schlüssel für das Klinikum aus der Tasche und übergibt ihn Technikchef Dirk Hahne. Das ungläubige Staunen in der Runde löst sich schnell auf. Der Schlüssel ist für die Tür im Zaun des bereits fertigen Regenrückhaltebeckens respektive Feuerlöschteiches bestimmt.

Das letzte Wort hat immer der Pastor: „Ich hoffe, wir werden am Ende sagen können: Es waren Gottes Bauleute“, sagt Johannesdotter und lässt den Blick weit über die Erdhügel schweifen. In diesem einen, kurzen Augenblick scheint es plötzlich wirklich da zu stehen, sehen es alle in der Runde: das Gesamtklinikum Schaumburg in der Feldmark. Baufertig.



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