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Vor Gericht: 44-Jähriger kümmert sich nicht um verletzte Frau / Richter: "Angeklagter zu Einsicht nicht in der Lage"

Hund beißt Joggerin - Hundehalter muss 2700 Euro zahlen

Rinteln (maf). Ein 44-jähriger Hundehalter, dessen Husky-Mischling in Hohenrode eine Joggerin gebissen hatte, ist jetzt vom Amtsgericht wegen fahrlässiger Körperverletzung verurteilt worden. Der Hundehalter muss 2700 Euro Geldstrafe zahlen. In die Entscheidung ist eine frühere Verurteilung wegen einer Trunkenheitsfahrt einbezogen worden: Im Mai 2007 war der Mann mit 1,1 Promille bei Strücken auf die Gegenfahrbahn geraten und dort mit einem Oldtimer kollidiert.

In der Hauptverhandlung ging es allerdings ausschließlich um den Vorfall in Hohenrode, der sich an einem Januarmorgen vorigen Jahres ereignet hatte. Der Angeklagte war mit seinem Husky-Mischling und einem zweiten Hund unterwegs, als ihm auf einem Gehweg eine Joggerin entgegenkam. Die kannte den Hund und hörte auf zu laufen. Plötzlich sei der angeleinte Mischlingshund hochgesprungen und habe versucht, sie in den Bauch zu beißen, erklärte die Joggerin. Der Hundehalter bekam das Tier nicht unter Kontrolle, das die Frau umriss und in den Oberschenkel biss. Der Angeklagte sah die Situation anders: Die Joggerin habe sich zu dem Hund heruntergebeugt, dieser habe sie erst daraufhin angesprungen. Staatsanwalt Frank Hirt warf dem Angeklagten vor, dass er sich nicht um die Verletzte gekümmert habe, sich noch nicht einmal für den Vorfall entschuldigt, sondern einfach weitergegangen sei. Hirt: "Hätten sie eine normale menschliche Reaktion gezeigt, wäre es vermutlich noch nicht einmal zu einer Anzeige gekommen." Richter Christian Rost monierte, der Angeklagte, der jede Schuld von sich wies, sei "zu einer Einsicht nicht in der Lage". Im Prozess sagten außerdem zwei Zeugen aus, dass sie Angst vor dem Hund hätten. Inzwischen ist für das Tier Maulkorbzwang angeordnet worden; die Joggerin hat von der Versicherung des Angeklagten ein Schmerzensgeld und Schadensersatz für die Jogginghose erhalten.




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