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Hofkammer investiert 600 000 Euro in neue Heizanlage / Alle Schloss-Gebäude werden künftig zentral beheizt

Holzhackschnitzel heizen künftig dem Fürsten ein

Bückeburg (rc). Im Schlossareal haben die Arbeiten für den Bau einer neuen zentralen Heizungsanlage begonnen. Schloss, West- und Ostflügel, Marstall und Hofkammer sowie eventuell auch noch das Reithaus sollen noch zum Winter durch eine so genannte Holzhackschnitzelheizung mit Wärme versorgt werden. Rund 600 000 Euro investiert die Fürstliche Hofkammer in das umweltschonende Projekt. Bisher werden die Gebäude größtenteils mit Erdgas beheizt, zu einem geringen Teil auch mit Öl.

In der Wagenremise (kleines Bild) wird der Kessel der Holzhacksc

Durch die neue Anlage erhofft sich die Fürstliche Hofkammer nach Auskunft ihres Chefs Christian Fischer eine jährliche Ersparniss von zehn Prozent gegenüber der bisherigen Energierechnung. Zudem gilt der Einsatz von Holz zum Heizen als umweltneutral: Beim Verbrennen wird nur so viel Kohlendioxid freigesetzt, wie zuvor im Holz gebundenwar. Da das Holz aus den fürstlichen Forsten zum Einsatz kommt, ist die Hofkammer unabhängig von Zulieferern. "Eine Gas- oder Ölkrise oder aber steigende Preise würden uns nicht richtig treffen", wies Fischer auf den wirtschaftlichen Vorteil hin. Insgesamt bezeichnete er das Projekt als "Zukunftsinvestition mit Vorbildcharakter". Das Herzstück der Anlage, Kessel und Regelsysteme, wird in der Wagenremise am Jägergang untergebracht. In den vergangenen Tagen wurde mit den Vorarbeiten begonnen und ein Teil des Daches sowie Wände abgerissen, um den Kessel überhaupt in das Gebäude hineinhieven zu können. Er ist immerhin sieben Meter lang, hat einen Durchmesser von 2,50 Meter und wiegt zwölf Tonnen. Zeitgleich begannen auch die Arbeiten für die Verlegung der bis zu 35 Zentimeter dicken Rohre. Um die Schäden im denkmalgeschützten Schlossareal so gering wie möglich zu halten, werden sie im so genannten Spülbohrverfahren verlegt. Nur am Anfang und am Ende der zu verlegenden Leitungen müssen Baugruben ausgehoben werden, um dann unterirdisch die Kanäle zu bohren. Zunächst erfolgt eine Probebohrung mit einem geringen Durchmesser, nach und nach wird der Querschnitt der Bohrer erhöht, bis der richtige Durchmesser erreicht ist. Dann werden Kunststoffrohre hindurchgezogen, in denen dann die Heizungsrohre verlegt werden. In denGebäuden werden die neuen Leitungen an die alten Heizungsleitungen angeschlossen. So ganz einfach sind die Bohrungen allerdings nicht. Eine Bohrung, die von der Wagenremise unter der Schlossgraft hindurch zum Schloss, musste abgebrochen werden. Der Bohrer war in sechs Meter Tiefe auf einen Widerstand gestoßen, der sich nicht durchbohren ließ. "Vielleicht ein Findling", so ein Bauarbeiter. Jetzt soll knapp daneben ein zweiter Versuch gestartet werden. Eventuell wird noch ein weiteres Gebäude außerhalb des Schlossareals an die Holzhackschnitzelheizung angeschlossen. Welches es sein könnte, wollte Fischer in Hinblick auf die laufenden Verhandlungen nicht sagen.

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