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Holschen aus Buschmeiers Werkstatt

Möllenbeck (who). Holzschuhe haben früher in jedes ländliche Haus gehört als Helfer für die Arbeit in Stall, Garten und auf dem Hof. Ein ganzer Berufszweig hat sich auch in Deutschland genährt von der Produktion von Holschen, Holzbotten oder wie sonst noch die Vorgänger neuzeitlicher Clogs genannt wurden. Dass nicht, wie landläufig angenommen, die Holländer das Gewerbe dominiert haben, belegt unser Fundstück-Paar. Diese Spielart stammt nämlich aus der Zeit, als ein Import der Treter ins Klosterdorf gleichzusetzen gewesen wäre mit dem Tragen der sprichwörtlichen Eulen nach Athen.

Holzschuhe für die Arbeit in Stall und Garten waren die Speziali

Zumindest seit den 1920er bis in die 1960er Jahre hat es die Möllenbecker Holzschuh-Fertigung von Wilhelm Buschmeier gegeben. Standort: an der Lemgoer Straße an der Einmündung zum alten Friedhof. Sein Enkel Gerd Budde bewahrt heute noch ein Reihe Original-Holschen Marke Großvater auf. Die Großmutter habe nach dem Tod des Großvaters den Betrieb fortgeführt und erhebliche Stückzahlen seien produziert worden.

Nur die Sohle war aus Holz

Das Besondere an den Möllenbecker Holzschuhen: Nur der Unterbau beziehungsweise die Sohle war aus Holz gemacht, der eigentliche Schuh aber aus Leder. Dass es Abnehmer in weitem Umkreis gegeben hat, hat Budde persönlich miterlebt. Denn: Bis in die Heide hat die Oma die Original Möllenbecker Holschen liefern lassen und oft ist er als Junge zusammen mit der Großmutter und einem angeheuerten Fahrer im Mietauto mit einer Botten-Ladung auf dem Anhänger auf Höker-Tour gefahren. Sogar bis in die Lüneburger Heide, wo Kolonialwaren-Läden die Schuhe aus dem Wesertal für ihre Kunden orderten.

Frage an unsere Leser: Wer weiß Näheres über die Möllenbecker Holschen?

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