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Filmstar Herbie hat in Hessisch Oldendorf ein neues Zuhause gefunden

HO/Käfer

Hessisch Oldendorf (doro). Es ist ein bisschen wie Weihnachten. Auf dem Hof der VW-Käfer-Sammler Christian und Traugott Grundmann in Hessisch Oldendorf herrscht freudige Erwartung. „How far away ?“, fragt Christian Grundmann ins Handy. „Noch acht Minuten, dann sind sie da“, gibt er weiter. Dann wird Pascal van Rijswijck mit seiner ganz speziellen Ladung kommen. Der Oldtimerhändler aus der Nähe von Antwerpen bringt Herbie nach Hessisch Oldendorf – ja, genau, den echten Herbie aus den Walt Disney Filmen.

Hessisch Oldendorf (doro). Es ist ein bisschen wie Weihnachten. Auf dem Hof der VW-Käfer-Sammler Christian und Traugott Grundmann in Hessisch Oldendorf herrscht freudige Erwartung. „How far away ?“, fragt Christian Grundmann ins Handy. „Noch acht Minuten, dann sind sie da“, gibt er weiter.

Dann wird Pascal van Rijswijck mit seiner ganz speziellen Ladung kommen. Der Oldtimerhändler aus der Nähe von Antwerpen bringt Herbie nach Hessisch Oldendorf – ja, genau, den echten Herbie aus den Walt Disney Filmen. Den liebenswerten Käfer mit der Nummer 53. Der selbst fahren kann, rasend schnell ist, die Wände hoch- und entlang fährt, einen eigenen Willen hat und sogar lieben kann.

Der perlweiße Käfer mit dem Faltdach und den rot-weiß-blauen Rallyestreifen hat in den 60er Jahren Filmgeschichte geschrieben. Und als er vor ein paar Wochen im Internet zum Verkauf angeboten wurde, stand die Gemeinde der Käferliebhaber und Oldtimerfans in aller Welt Kopf. Im Internet wurde wild spekuliert, doch schnell war klar: Der Käfer ist schon weg. Der Glückliche war Christian Grundmann. Er hatte das Angebot entdeckt, kurz nach dem es online gestellt worden war und überlegte nicht lange. Nach kurzer Rücksprache mit seinem Vater setzte er sich sofort mit Händler Pascal van Rijswijck in Verbindung und machte einen Preis aus. „Erst war mein Vater nicht so überzeugt, aber als er das Bild von dem Auto gesehen hat, kamen die Emotionen hoch“, sagt Grundmann junior. Wie viel er bezahlt hat, will er nicht verraten, nur so viel: „Pascal van Rijswijck hätte das Doppelte bekommen können.“

2 Bilder

Für den Händler aus Antwerpen sind die Grundmanns keine Unbekannten, und wichtiger als der Preis war ihm, dass Herbie in liebevolle Hände kommt. Nach den bestandenen Abenteuern in Walt Disney hatte der Käfer in der Nähe von Bordeaux, in der privaten Sammlung von Jackie Morell, Chefredakteur einer französischen Oldtimerzeitschrift, für lange Zeit ein neues Zuhause gefunden. Der will sich nach Aussage von van Rijswijck von seiner Sammlung trennen, warum weiß keiner so genau. Die Vermutungen reichen von „vielleicht braucht er Geld“ bis „ich habe gehört, er will sich ein Haus auf Bali kaufen.“

Das Volkswagen Exportmodell (exakt: L 87 Volkswagen Perlweiß) Baujahr 1963 ist im Gegensatz zu dem bereits in Grundmanns Sammlung vorhandenen Herbie ein Modell, an dem noch alles so ist, wie es nach dem letzten Herbie-Film war. Das andere Modell, das Vater und Sohn aus vielen verschiedenen Originalteilen in liebevoller Kleinarbeit zusammengebaut haben, bekommt ein Museum in Hamburg. Echte Herbie Fans wissen übrigens, dass es für jeden Film drei bis vier Herbies mit unterschiedlichen Sonderfunktionen gab. Für die Neuauflage „Herbie fully loaded“ mit Lindsay Lohan habe man insgesamt 30 Herbies gebraucht, sagt Kenner und Grundmann-Freund Sascha Mehn. Aber der Herbie, der jetzt bei Grundmanns steht, der sei der Wichtigste. „Er ist der Hauptdarsteller, der, der mit der Haube winken konnte und mit dem die ’Beauty-Aufnahmen‘ gemacht wurden.“ Und er ist der Einzige, der in allen vier Herbie-Filmen von damals mitgespielt hat.

Der erste Film der Disney-Reihe, „Ein toller Käfer“ (The Love Bug – wörtlich übersetzt „Der Liebeskäfer“) stammt aus dem Jahr 1968 und ist bis heute einer der erfolgreichsten Realfilme aus dem Hause Disney. Es folgte „Herbie groß in Fahrt“ (Herbie Rides Again, 1974). In „Der tolle Käfer in der Rallye Monte Carlo“ (Herbie Goes To Monte Carlo, 1976) verliebt sich Herbie in einen Lancia mit Schlafaugen, eine Französin mit Namen Giselle. 1980 kommt dann „Herbie dreht durch“ (Herbie Goes Bananas, 1980), eine Fernsehserie unter dem Titel „Herbie, The Love Bug“ (1982) und ein Fernsehfilm mit dem Titel „Ein toller Käfer kehrt zurück“ (The Love Bug, 1997).

Übrigens: Auch Herbie wurde zunächst gecastet und wäre beinahe gar kein Volkswagen geworden. Als Vorbereitung für den Film ließ Produzent Bill Walsh verschiedene Fahrzeuge auf den Parkplatz stellen, um die Reaktionen der vorbeikommenden Mitarbeiter zu beobachten. Alle Wagen wurden kritisch beäugt, viele Leute traten gegen die Räder, und nur bei dem Volkswagen fingen einige Passanten an zu lächeln und streichelten den Wagen manchmal sogar. Danach war entschieden: Der „Beetle“ (Käfer) hat das Rennen gemacht.

Im ersten Film, „Ein toller Käfer“, hat sich VW übrigens kaum beteiligt; das charakteristische VW-Emblem auf der Fronthaube fehlt und es wird nur von einem „kleinen Auto“ gesprochen. Erst nach dem ersten Erfolg ging das Engagement von VW über die Lieferung der Käfer hinaus.

Bei Grundmanns jedenfalls wird der berühmte Käfer mit dem aufgemalten Rost und den sichtbaren Überresten seiner Sonderfunktionen einen Ehrenplatz bekommen, soviel ist klar.

Und wer wissen will, was vor der Auktion im Internet abgegangen ist und wer alles gratuliert hat, braucht nur unter www.dewezet.de auf den Herbie-Artikel gehen und den Link anklicken.

Links: Spektakuläre Stunt-Szene aus einem Herbie-Film.

Rechts: Christian Grundmann freut sich über sein Schnäppchen.

Foto: doro




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