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"Weserbergland"-Reservisten hören Vortrag über die Stimmungslage zu Auslandseinsätzen

Hohe Akzeptanz für neues Einsatzspektrum

Bückeburg. Es ist nicht schlecht bestellt um die Zustimmung der Bevölkerung zu den Auslandseinsätzen der Bundeswehr. Überraschend sei die hohe Akzeptanz bei Anhängern der Grünen, die dem Militär während des "Kalten Krieges" ablehnend gegenüberstanden. Dr. Hans-Joachim Reeb, Oberstleutnant a.D., Dozent und freier Publizist, löste die Gründe des Stimmungsumschwunges vor Mitgliedern der Reservistenkameradschaft "Weserbergland" in der Jägerkaserne auf.

H.-J. Reeb

Da es bisher keine harten Kampfeinsätze gegeben habe, sehe diese Gruppe die Auslandseinsätze als eine Art bewaffnete Entwicklungshilfe und als Einsatz für die Menschenrechte an. Die Mehrheit der so genannten "Eliten" stehe hinter den Einsätzen der Streitkräfte mit UN-Mandat. Die Zustimmung in der übrigen Bevölkerung liege deutlich darunter, aber, so der Referent, "die Eliten geben die Richtung vor, denen dann die Bevölkerung folgen wird". Für Kampfeinsätze sei die Mehrheit aber nicht zu haben. "Hier gibt es eine Kultur der Zurückhaltung, die aus den Erfahrungen des Zweiten Weltkrieges herrührt." Im internationalen Vergleich liege Deutschland ganz hinten, die USA, nicht überraschend, weit vorn. Grundsätzlich sei das Interesse an den Streitkräften von "freundlichem Desinteresse" geprägt, zitierte der Referent den Bundespräsidenten Horst Köhler treffend. Wirtschaftliche und soziale Probleme hätten für viele Menschen Vorrang. Dennoch brauche die Armee eine starke Legitimation für ihren Auftrag, die sich in hoher Akzeptanz und damit letztlich auch in einer guten Motivation der Soldaten widerspiegele. Laut Umfrage würden drei von vier befragten Soldaten, die im Ausland eingesetzt waren an, erneut dorthin gehen.

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