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Komplexe Situation: Lösungen für Gelldorf und Röhrkasten in Sicht / Feuerwehr: Noch keine Einsätze

Hochwasser: Was ist machbar und bezahlbar?

Obernkirchen (rnk). Es hat einen gewissen Symbolgehalt: Wenn der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt in der nächsten Woche die politische Sommerpause beendet, steht als erstes ein Thema auf der Tagesordnung, das viele bewegt, weil viele davon betroffen sind: das Hochwasser. Was kann die Stadt tun?

Denn dass sich gar nichts tut, das würde Thomas Stübke so nicht behaupten wollen. Der Politiker der Grünen verweist auf die Ecke Gelldorfer Weg/Kalte Weide, wo jüngst erst ein Schachtbauwerk erneuert wurde. "Es ist eine komplexe Situation", meint Stübke, Obernkirchen sei eben eine Bergstadt, eine Stadt mit Hanglage, in der das Wasser naturgemäß ein Problem darstelle. Und wenn aus dem neuen Baugebiet "Auf der Kuhlen" noch hohe Wasserabflüsse hinzukämen, werde das Problem sicherlich nicht kleiner. "Wo wir stehen, das ist die Frage", sagt Stübke, "und: Was ist im Rahmen des Vertretbaren machbar?" Denn es gebe durchaus konkrete Punkte, an denen bekannt sei, dass etwas gemacht werden müsse, nur sei dies zuweilen nicht bezahlbar. Stübke verweist auf seine Nachbarschaft, eine Straße weiter, wo ein Entlastungskanal durchaus vor Überflutung schützen könnte, nur: "Das ist nicht bezahlbar." Bei der Frage nach den größten offenen Baustellen nennt Stübke drei Punkte: Der Regenwasserabfluss der Rintelner Straße in die Beeke, der zu häufigen Überflutungen in der Neuen Straße und der Wilhelm-Busch-Straße führt. Linderung würde wahrscheinlich nur das schon oft geschobene Rückhaltebauwerk "Schwarzer Weg" bringen. Zweitens: Die Überflutungen der Keller in der Ortschaft Vehlen mit Parkstraße, Vehlener Straße und Bundesstraße 65 an der Spitze. Drittens: Das nach wie vor vom Golfplatz abfließende Oberflächenwasser in den Bereichen Jägerweg und Bohnenkampstraße. Stadtbrandmeister Rolf Schaper hat mit seinen Feuerwehrmannen in diesem Jahr noch keinen Hochwassereinsatz gefahren ("toi, toi, toi"), aber an zwei Punkten der Stadt sieht er durchaus Handlungsbedarf: am Stiftswald, wo das gesamte Wasser vom Kollbergring sich sammelt, und am Wilhelm-Busch-Weg, wo die Rohre zu klein sind. Manfred Essmann, Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt, gibt sich zumindest punktuell optimistisch. In der nächsten Woche wollen sich die Ausschussmitglieder in Gelldorf die Situation am Hof Schwarze vor Augen führen, dort, so Essmann, hätten interne Verwaltungsgespräche eine Lösung gefunden. Er gehe davon aus, dassdiese im Ausschuss vorgestellt werden. Auch für Röhrkasten, unterhalb der Firma Anke, sieht Essmann Lösungsmöglichkeiten. Dort steigt der Bach immer wieder über die Ufer, auch, weil angeschwemmter Unrat sich vor den Rohren ansammelt. Der Graben ist rund zehn Meter verrohrt, Essmann hält es für möglich, dass ein Gitter, wie im Freibadbereich, eine Verstopfung verhindern könnte. Auch den Bach ein kleines Stück umzuleiten, weil von einem Nachbargrundstück eine weiterer Bachlauf kommt, ist für Essmann ein Ansatz, über den man diskutieren kann. Mit kleinen baulichen Korrekturen, so meint Bürgermeister Oliver Schäfer, ließe sich vielleicht schon das eine oder andere Problem lösen. Etwa bei der Firma Anke, wo das Problem entstünde, weil das Wasser mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung kommt und dann über die Straße schwappt. Geprüft werden müsse die Möglichkeit, das Wasser zurückzuhalten und so die Schnelligkeit zu mindern. Schäfer nennt ein weiteres Beispiel. In den Kanälen staue sich das Wasser zuweilen an einem rechten Winkel, gehe dann nach oben und über die Gullideckel auf die Straße, wo es dann auch noch in die falsche Kanäle einsickere. Unterstützung verspricht sich Schäfer dabei vom Abwasserverband Auetal, der zurzeit Untersuchungen durchführe.




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