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Fury In The Slaughterhouse rocken mit 25 000 Fans die Plaza – Fortsetzung folgt?

Hochstimmung auf der Weide – Jungs, was für ein „Klassentreffen“

Drummer Rainer Schumann brachte es bei der Pressekonferenz am letzten Donnerstag auf den Punkt: „Jeder weiß, dass wir zusammen mehr bewegen können als einzeln“. Womit er Recht behalten sollte, denn ein „Klassentreffen“ mit 25 000 Fans auf der restlos ausverkauften Plaza ist schon verdammt großes Kino.

„Wir sind selbst überrascht – dass einige Tausend kommen würden, damit hatten wir gerechnet – doch dieser Ansturm hat uns mehr als überwältigt“, erklärt uns Kai Wingenfelder.

Für das Großereignis wurde im Vorfeld an zwei verschiedenen Orten geprobt.

„Zunächst haben wir drei Tage in Oldenburg in der Kulturetage geprobt, dann kurz vor dem Konzert noch einmal vier Tage im Capitol. Ob es in fünf Jahren erneut zu einem Klassentreffen kommt, steht in den Sternen. Für mich ist heute wichtig – ich lasse alles auf mich zukommen, bin aber weiterhin für alles offen“, verriet uns Christof Stein-Schneider, mit dem wir ein Blitz-Interview geführt haben.

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„Eine Band, eine Stadt, EIN Konzert“, hieß das Motto, wobei die Betonung sicher auf „Ein Konzert“ lag.

Christof: Es wird definitiv keine DVD oder Live-CD von diesem Konzert geben, obwohl es zahlreiche Anfragen in diese Richtung gab. Es soll Kopfkino bleiben-jeder soll für sich selbst seine Eindrücke mit nach Hause nehmen. Ich bin eh Live-Fan, da gibt es immer diese speziellen Momente, die du durch nichts toppen kannst.

Anders als bei ihren drei Abschiedskonzerten 2008 auf der Parkbühne, vermischten sich diesmal nicht die Regentropfen mit den Abschiedstränen – Kaiserwetter war angesagt, als die Furys mit ihren handverlesenen Freunden zum „Klassentreffen“ galoppierten.

Tusq, Revolverheld, Poetry-Slammer Torsten Sträter und Cäthe galoppieren vorweg, wobei Cäthe mit einem fehlerlosen Ritt auf dem Parcours mehr als nur überzeugt. Die Autorenpreisträgerin

der GEMA in der Kategorie Rock röhrt sich mit Songs wie „Unter meiner Haut“ und „Tiger Lilly“ sofort in die Herzen der Fans - besser konnte man sich nicht auf das Fury-Konzert einstimmen.

Hannover 96-Präsident Martin Kind, Trainer Mirko Slomka und Maler Sebastian Krüger in Erwartungshaltung, als ffn-Mörgenmän Franky das Konzert des Jahres ankündigt: „Eine Band, eine Stadt, EIN Konzert“ – begrüßt mit mir Fury In The Slaughterhouse.

Wie gewohnt reitet Frontmann Kai Wingenfelder vorweg, holt mit „Waiting For Paradise“ einen Opener nach Maß aus den Satteltaschen und nimmt nach einer kurzen Aufwärmphase bei „Radio Orchid“ sein erstes Bad in der Menge. „Well this could be the last time, this could be the last time - maybe the last time - I don’t know“, dröhnt es aus den Boxen – viele fragen sich bei dem Stones-Cover: Ist es wirklich das letzte Mal, dass wir die Furys auf der Bühne sehen?

Es folgen Songs wie „Bar Des Boulistes“ „Come On“ und „Dancing In The Sunshine Of The Dark“, bevor Aufbruchstimmung herrscht. Die „Glorreichen 6“ schnappen ihre Instrumente, überspringen galant die Absperrgitter und performen auf einer kleinen B-Stage die Songs „On Alarm“ und „Bring Me Home“ - zeigen inmitten der Massen das, was man an ihnen immer geschätzt hat: Kontinuität, verbunden mit unbändiger Spielfreude. Vielleicht ein Grund mehr, dass die Kombo auch in den Staaten erfolgreich punkten konnte. Noch heute spielen viele US-Radiostationen die Hits der Fury’s - insbesondere „Every Generation Got It’s Own Disease“ ist noch in den Köpfen vieler US-Fans. Mit diesem Song schafften die Hannoveraner sogar den Einstieg in die US-Charts.

Wie ein „Flummi“ hüpft Gero Drnek beim Intro von „When I’m Dead And Gone“ mit seiner Mandoline über die Bühne, beweist, dass er nicht nur die Tasten drücken kann, sondern durchaus auch Zupf-tauglich ist. Christof Stein-Schneider marschiert gemütlich mit einem Lächeln, diesmal ohne Kippe im Mundwinkel, an den Bühnenrand und stößt mehrmals mit Kai Wingenfelder mit einer Flasche Wasser an – so schön kann ein Klassentreffen sein.

Mit „Every Generation Got It’s Own Disease“, „Trapped Today, Trapped Tomorrow“ sowie „Milk and Honey“ kommt es zum „Klassikertreffen“ schlechthin – ein Hit reiht sich an den anderen – auf der Weide herrscht Hochstimmung.

Tosender Beifall, als die Band „Won’t Forget These Days“ anstimmt, einen ihrer bekanntesten Songs, den sie 2011 noch einmal nach dem letzten Heimspiel von Hannover 96 im Stadion spielte. „Time To Wonder“ wird zum Mitsing-Song, bevor die Band mit „Seconds to fall“ den Schlussakkord setzt – Sekunden vergehen, Minuten, Stunden, Tage - hoffentlich nicht wieder fünf Jahre bis zum nächsten „Klassentreffen“.

Außer Christof Stein-Schneider wurden alle Bandmitglieder mehr oder weniger im VIP-Bereich gesichtet – Gero Drnek herzte seine Eltern, Rainer Schumann hatte immer eine Kinderschar um sich herum, während sich Kai Wingenfelder zum Small-Talk mit Hannover Concerts-Chef Wolfgang Besemer traf.

Ein tolles Konzert, eine super Band – Jungs, Hannover kann stolz auf euch sein – was für ein „Klassentreffen“.

ñ „Well, this could be the last time-maybe the last time- I don’t know“, sang Kai Wingenfelder und 25 000 Fans hofften, dass es doch noch nicht der letzte Auftritt der Furys war.

ð Von rechs:Thorsten, Kai, Christian und Christof genossen zusammen mit dem Rest der Band auf einer kleinen B-Stage das Bad in der Menge. Zusammen performten sie die Songs „On Alarm“ und „Bring Me Home“

ï Juwel und Hoffnungsträger in Sachen Deutschrock – Cäthe bei der Arbeit.

ï Mit Christof Stein-Schneider konnten wir ein kurzes Interview führen.




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