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Hochkarätige Klassik mit Cello und Flügel im Schaafstall

EGESTORF. „Er solle nicht immer so viel Vorschusslorbeeren versprühen“ habe ihm mal einer gesagt „und deshalb halte er sich damit auch heute zurück“, so der erste Vorsitzende vom Verein Kultur im Schaafstall, Dr. Ernst J. Kichertz. Zu unrecht, denn am Sonnabend gab es im Schaafstall wieder einmal Klassik vom Feinsten.

Ein Paar, auf und neben der Bühne: Martin Helmchen und Elisabeth Hecker überzeugen als eingespieltes Duo. Foto: Krause

Autor:

Reinhold Krause

Mit Marie-Elisabeth Hecker am Violoncello und ihrem Ehemann Martin Helmchen am Flügel stand ein Duo, jeder ein preisgekrönter Meister seines Instrumentes, auf der Bühne. Das Konzert in der familiären Atmosphäre des Schaaf-stalls hatten sie den vier Komponisten Johann Sebastian Bach, Igor Strawinsky, Ludwig van Beethoven und Johannes Brahms gewidmet.

Bachs Sonate für Viola da Gamba und Cembalo Nummer 3 in g-moll wurde allerdings nur zum Teil in der vom Komponisten angedachten Instrumentierung vorgetragen. Für den Part des Cembalos musste der Flügel herhalten, der sich entgegen dem Cembalo etwas dominanter darstellte. Bei Strawinskys Suite italienne für Violoncello und Klavier, zeigte Helmchen dann seine volle Virtuosität auf den schwarzen und weißen Tasten. Teilweise im Hintergrund haltend, dann wieder kräftig voran war er, der Philosoph am Klavier, die ideale Begleitung für das Violoncello. Hecker hielt mit einem italienischen Cello Bajoni von 1864 kräftig dagegen. Helmchen und Hecker, ein hochkarätiges, fein aufeinander abgestimmtes Duo.

Das Musiker-Paar kennt sich bereits seit Jahren. Hecker, 1987 in der Robert Schumann-Stadt Zwickau als fünftes von acht Geschwistern geboren, spielte bereits mit fünf Jahren ihre erste Noten auf dem Cello. Im Alter von zwölf Jahren gewann sie beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ den ersten Preis für Cello in der Kammermusik – diesen Erfolg wiederholte sie mehrere Jahre in Folge. Mit 16 Jahren nahm ihre Karriere an Fahrt auf, 2005 gab sie ihr erstes Konzert in Amerika. Die inzwischen 29-jährige Mutter einer Tochter ist mit Sonaten und Kammermusik auf den bedeutensten Orchesterbühnen zu Hause. Von ihrer Verliebtheit in das Cello konnten sich die Besucher des Schaaf-stalls bei Beethovens Zwölf Variationen in F-Dur und Brahms‘ Sonate für Klavier und Violoncello Nummer 1 in e-Moll überzeugen.

Ebenso rasant gestaltet sich auch die Karriere ihres Gatten Martin Helmchen. Der 1982 geborene Pianist begann mit sechs Jahren am Klavier, 2001 studierte er an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover. Auszeichnungen und erste Plätze bei nationalen und internationalen Wettbewerben zeichnen ihn aus, er stand bereits mit den bekanntesten Orchestern, darunter die Wiener Philharmoniker oder das London Philharmonic Orchestra, zusammen auf der Bühne. Seit 2010 ist Helmchen Associate Professor für Kammermusik an der Kronsberg Academy.



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