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Steinbruch Steinbergen stiftet die Felsen / Arbeiten beginnen schon nächste Woche

Hochgebirgs-Flair im Kurpark: Bad Eilsen erhält ein "Alpinum"

Bad Eilsen (tw). Der Kurpark wird in Kürze um eine weitere Attraktion reicher: Auf Anregung von Bertram Meier, Leiter des Bauhofes der Gemeinde, soll unterhalb der früheren Kurdirektoren-Villa ein "Alpinum" (Alpengarten) entstehen. Das Obere Amt für Denkmalpflege mit Sitz in Hannover und der Landkreis Schaumburg haben das Projekt, aber auch den Standort bereits genehmigt. Wenn es die Witterung zulässt, sollen die Arbeiten schon in der nächsten Woche beginnen. "Ende März", rechnet Meier, "könnte die 250 Quadratmeter große Anlage fertig sein". Die nämlich dürfe nicht zu klein ausfallen - "sonst wirkt sie nicht".

Ein Alpinium mit seinemüber die Mitte der Felsen verlaufenden Fu

Ein Alpinum (oder Alpengarten) ist ein spezieller Steingarten mit Schwerpunkt auf Alpenflora und Pflanzen aus anderen hochalpinen Regionen der Welt. Ein Alpinum besteht zum größten Teil aus Steinen oder Felsen und soll die Situation im Hochgebirge nachbilden. In den Spalten und Fugen zwischen dem Steinaufbau, aber auch direkt in den Spalten oder Löchern der verwendeten Felsen werden hochalpine Pflanzen kultiviert. Meist beschränkt man sich dabei schon allein aufgrund der gegensätzlichen Wachstumsperioden auf Pflanzen der nördlichen Hemisphäre. Allerdings: Wirklich "alpine" Pflanzen wie etwa Edelweiß sind für laut Meier, der überdies Langfinger fürchtet, zu teuer. Statt dessen werden typische Steingarten-Gewächse gesetzt. Die Pflege ist in beiden Fällen gleich einfach, den die Pflanzen sind anspruchslos, brauchen nur wenig Wasser. Schön für die Anlage in Bad Eilsen: "Die Kosten für das Errichten des Alpinums", sagt der Bauhofleiter, "sind sehr gering". So wird das Gestein eine Spende des Steinbruchs Steinbergen sein. Die Steine werden unregelmäßig verteilt in den Hang eingearbeitet. Einzeln oder in Gruppen angeordnet stützen sie den Hang, schaffen Mulden oder Nischen für kühle Fugen oder wärmespeichernde Plätze. Der Mutterboden wird zuvor ausgekoffert; als Drainage wird Bauschutt verwendet, von dem es in der Samtgemeinde reichlich gibt; so werden gleichsam zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Den Bewuchs für das Alpinum will laut Bürgermeister Horst Rinne der Kur- und Verkehrsverein spendieren. Der Clou dabei: Die an der höchsten Stelle etwa zwei Meter hohe Felslandschaft wird für Passanten begehbar sein. Direkt durch die Mitte wird ein leicht ansteigender Fußweg von der einen auf die andere Seite führen; ein weiterer Weg erstreckt sich an den Seiten des Alpinums. Ein - reiner - Steingarten warübrigens auch die erste Überlegung des Bauhofleiters, die er dann aber selbst verworfen hat. Meier wollte ihn zunächst weiter unten im Bereich der Linden-Gruppe anlegen. Aber: "Dort gibt es für die Pflanzen zu wenig Licht - und dann sind da noch die Blattläuse."

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