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Planer erarbeiten Gutachten zu sanierungsbedürftigen Straßen / Ortsteile nicht genügend berücksichtigt?

Hitliste der holprigsten Pisten im Stadtgebiet

Rinteln (wm). Vierzig Rintelner Straßen haben Rainer Dargel und Bernd Adolf von der Planungsgemeinschaft Verkehr in Hannover bewertet - und eine Rangliste aufgestellt, welche Straße am sanierungsbedürftigsten ist. Diese Hitliste der holprigsten Pisten im Stadtgebiet führt unangefochten die Alte Todenmanner Straße an, gefolgt vonBraasstraße, Virchowstraße, Detmolder Straße und Friedrichstraße.

Dr. Felix Bögert erläuterte bei der jüngsten Bauausschusssitzung die Kriterien, nach denen man die Straßen ausgewählt habe, und eröffnete damit (unfreiwillig) eine Diskussion, die nicht ganz im Sinne der Verwaltung endete: Der Bauausschuss beschloss nämlich mit Mehrheit bei drei Enthaltungen, die Listein die Ortsräte weiterzureichen. Gert Armin Neuhäuser (WGS), Dieter Horn (SPD), Günther Maack, Barbara Leibelt-Menzel (beide CDU) und Nina Weißer (Grüne) bemängelten, die Liste sei nach teilweise nicht ganz nachvollziehbaren Kriterien aufgestellt worden, Straßen in den Ortsteilen seien damit praktisch aus dem Raster gefallen. Neuhäuser formulierte das griffig so: Man habe den Eindruck, als ob da jemand gesagt habe, "also, das Ergebnis gefällt uns noch nicht, da müssen wir noch einmal an den Eingangsparametern drehen". In den Ortsteilen kenne jeder sicher Straßen, die in einem noch schlechteren Zustand seien als Straßenauf der Liste. Unterstützung erhielten die Skeptiker auch von Hohenrodes Ortsbürgermeister Helmut Dörjes, der darauf verwies, dass beispielsweise auch die Hünenburgstraße nicht in der Liste aufgeführt sei. Heinrich Söffker aus Ahe wunderte sich wiederum, warum der Wackenpfad dort auftaucht: "Das hat von uns niemand gefordert." Vergeblich mühte sich Bauamtschef Reinhold Koch, darauf hinzuweisen, die Prioritätenliste würde vor allem gebraucht, um aktuelle Förderanträge für Straßensanierungen zu untermauern. Bisher habe es stattdessen einen kommunalen Generalverkehrsplan gegeben ("ein Da- tenfriedhof"), mit dem in der Praxis nicht viel anzufangen gewesen sei. Mit dem vorliegenden Gutachten seien praktisch alle verkehrlichen Kriterien erfasst, vom Ausbauzustandüber die Bedeutung der Straße als Zubringer zur Kernstadt bis zu deren Verkehrsbelastung. Und dass die Alten Todenmanner Straße und die Virchowstraße saniert werden müssten, sei eigentlich unstrittig. Die Befürchtung der Ausschussmehrheit, damit werde etwas "festzementiert", konnte Koch letztlich nicht entkräften. Die weiter anstehende Frage, inwieweit man das von den Gutachtern klassifizierte Straßennetz auch als Grundlage für eine Straßenausbaubeitragssatzung nehmen solle, also die Entscheidung,ob Anwohner bei einem Straßenausbau 10 oder 25 Prozent zahlen müssen - dieses heiße Thema wollte der Ausschuss lieber erst gar nicht anpacken. Der Verwaltungsausschuss einigte sich in seiner Sitzung am Tag darauf dann auf einen Kompromiss: Das Bauamt telefoniert alle Ortsbürgermeister ab, die dann sagen können, welche Straßen sie unbedingt noch in die Liste aufgenommen sehen wollen.




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