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Blindow-Schüler untersuchen Gewässergüte von Schlossbach, Aue und Maulbeeke / Ergebnisse sind nicht immer gut

Hinter der Kläranlage wird es im Schlossbach bedenklich

Bückeburg (rc). Um bereits eingeleitete Natur- und Landschaftsschutzmaßnahmen im Naturschutzgebiet Bückeburge Niederung ist es nicht immer zum Besten bestellt. Das ergab eine Untersuchung von Schülern der Biologisch-technischen Klasse n der Dr.-Kurt-Blindow Schulen (wir berichteten). Die Ergebnisse dieser Praxisprojekte wurden jetzt exemplarisch an drei Beispielen auch dem Bau- und Umweltausschuss des Rates der Stadt Bückeburg vorgestellt.

Wie die Schüler und Schülerinnen unter der Leitung ihrer Dozentin Eva von Löbbecke herausfanden, lässt insbesondere die Gewässergüte des Schlossbaches hinter der Einmündung der Kläranlage zu wünschen übrig. Gewässergüte 2,2 an der Einmündung der Kläranlage und nur noch 2,7 ein Stück den Bachlauf hinunter, während die Gewässergüte vor der Einmündung 1,9 beträgt. "Eine Momentaufnahme", wertete die Dozentin die Ergebnisse: "Ich würde nie sagen, dass die Kläranlage nicht richtig arbeitet." Zuwenig Sauerstoff und zuviel Nährstoffe im Wasser seien ein Ergebnis, das sich oft nach Kläranlagen finde. Aber: "Es wäre nicht schlecht, wenn es ein paar Verbesserungsmaßnahmen geben würde." Ähnliches stellte SPD-Ratsherr Wolfhard Müller fest: "Die Werte sollten uns zu denken geben." Ludwig Pohl (CDU) bilanzierte dagegen "ein gutes Ergebnis". Dabei hatten die Schüler bei ihren Untersuchungen noch so einige anderes herausgefunden. So ist vor einigen Jahren ein Gewässerrandstreifenprogramm für die Niederung initiiert worden: Landwirte beackern 15 Meter rechts und links von Gewässern nicht, damit sich dort Fora und Fauna besser entwicklen können. Dafür erhalten die Landwirte Zuschüsse vom Landkreis für die entgangenen Erträge. Allerdings gibt es an der Maulbeeke (Gewässergüte 1,7) und am Schlossbach sowie an einem anderen Bachlauf Hinweise, dass diese Randstreifen doch beackert werden. Stellenweise sind die Streifen nur noch wenige Meter breit, wie die Schüler gemessen haben: "Das entspricht überhaupt nicht den Vorgaben." Besonders krass ist ein Fall, wo der Randstreifen dort die Norm erfüllt, wo ein Weg lang führt und einsichtig ist. Je weiter entfernt der Weg ist, desto schmaler wird der Randstreifen, bis er zum Schluss nur noch 40 Zentimeter beträgt und damit direkt am Ufer endet. In diesem Fall wurde der Landkreis informiert, der Konsequenzen androhte, so die Aussage von Löbbeckes. Auch den neu eröffneten Altarm der Aue nahmen die Blindow-Schüler unter die Lupe, so wie bereits im Jahr 2007. Der Vergleich ergab, dass es an seinen Ufern und in seinen Gewässern zwar weniger Pflanzen, Tiere und Insekten gab, dennoch aber die Gewässergüte verbessert werden konnte: von 2,4 auf 2,2. Für die Ansiedlung des Eisvogels - Vogel des Jahres 2009 - ist dagegen bei der Wiedereröffnung des Altarms zu wenig getan worden, wie eine Spezialuntersuchung ergab. Die Steilhänge des Bachs sind zu niedrig, es gibt zu wenig Anwartsitze, von denen der Eisvogel seine Beute erspähen könnte. Und auch der Gewässergrund ist zu sandig. Insgesamt aber kam der Altarm gut weg: Er mäandert, es gibt Prallhänge, schnelle Fließpassagen wechseln sich mit fast stehenden Passagen ab, es haben sich Inseln gebildet und Totholz ist angeschwemmt worden. Und ebenfalls ein Zeichen für intakte Natur: Es gibt bereits sieben Ameisenkolonien.




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