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Nach der Bürgerbefragung zur Marktplatzgestaltung in Lindhorst: Gemeinderat hebt Beschluss aus dem April wieder auf

Hinse: „Wir haben alle verloren“

Lindhorst. Der Rat der Gemeinde Lindhorst hat formal einen Schlussstrich unter die Diskussion um die Umgestaltung des Marktplatzes gesetzt. Nach der Bürgerbefragung Anfang Juli, bei der die Mehrheit gegen eine Umgestaltung gestimmt hatte, hat der Rat bei seiner jüngsten Sitzung den entsprechenden Ratsbeschluss aus dem April aufgehoben. Mit Ausnahme einer Enthaltung stimmten alle Ratsmitglieder dafür.

Autor:

Kirsten elschner

Ratsfrau Cerstin Bayer (SPD) wollte zunächst „nicht so einfach abstimmen“, obwohl alle Fraktionen im Vorfeld der Bürgerbefragung erklärt hatten, das Ergebnis der Befragung zu akzeptieren – woran Bürgermeister Hans-Otto Blume in der Sitzung noch einmal erinnerte.

Die SPD habe engagiert für ihren Antrag auf die Neugestaltung des Marktplatzes gekämpft, betonte Bayer. Ziel sei es gewesen, „Lindhorst zukunftsfähig zu machen“. Zur Bürgerbefragung seien viele ältere Menschen gekommen, die offenbar Angst vor Veränderung hätten. Sie hätte sich gewünscht, dass mehr Jüngere ihre Stimme abgegeben hätten. „Die SPD hätte die Last getragen.“

Manfred Richter (CDU) konnte Bayers Ausführungen nicht nachvollziehen. Schließlich sei doch die Idee der Bürgerbefragung von der SPD selbst gekommen. Bayer daraufhin: „Wir haben daraus gelernt, die Bürger stärker einzubeziehen und Argumente besser zu erklären.“

Matthias Hinse (Grüne) sagte: „Eigentlich sollten wir uns als Gewinner fühlen, aber in dieser Sache haben wir alle verloren.“ Die Grünen hatten den Vorschlag der SPD durchgehend abgelehnt und eine kostengünstigere Lösung gefordert. „Nach Außen hin haben wir ein schlechtes Bild abgegeben.“ Die Fraktionen hätten sich in keinster Weise kompromissbereit gezeigt. So könne es in einer Demokratie nicht zugehen.

Das Ergebnis der Befragung habe gezeigt, dass die Bürger mit den hohen Kosten nicht zufrieden seien, die der „Plaza-Plan“ der SPD mit sich gebracht hätte. Dass man sich nicht auf einen „kleinsten gemeinsamen Nenner“ – etwa eine Umgestaltung, aber für weniger Geld – habe einigen können, sei „traurig“, und das hätten auch die Bürger so wahrgenommen.

Dass die Marktplatzumgestaltung nach diesem Ratsbeschluss jetzt die nächsten hundert Jahre nicht mehr angefasst werde, dürfe aber auch nicht die Folge sein, betonte er. Das Vorhaben müsse allerdings mit mehr „Vernunft“ angegangen werden.

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