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"Oftmals sind beide Seiten im Recht": Christine Koch-Brinkmann leitet diakonische Beratungsstelle

Hilfe bei Ehekonflikten und Machtkämpfen

Rinteln (clb). Wie andere Menschen ihre Ehe oder Partnerschaft gestalten, wie sie miteinander streiten und welche Beziehung sie führen, dafür hat sich Christine Koch-Brinkmann schon immer interessiert - und sich deshalb auch nach dem Theologiestudium zur Familientherapeutin ausbilden lassen. "Und weil ich das so spannend fand, wollte ich so etwas auch unbedingt weiter machen", sagt sie lächelnd.

Seit fünf Jahren arbeitet die 41-jährige Wunstorferin und vierfache Mutter in der Ehe- und Lebensberatungsstelle des Diakonischen Werks in Rinteln - und hat im April die Leitung übernommen, nachdem ihre Vorgängerin Helga Lorenz in den Ruhestand verabschiedet worden ist. Gemeinsam mit Pastor Guido Depenbrock, der als Ehe- und Lebensberater und geistlicher Begleiter in der Außenstelle Bad Nenndorf tätig ist, und der Verwaltungsfachangestellten Nicole Redeker, zuständig für die Terminkoordination der Beratungsgespräche, steht sie Menschen in Lebens- und Ehekrisen zur Seite. Ob Paar-, Einzel- oder im seltensten Fall auch Familienberatungen - das Angebot des Diakonischen Werks, so hat Christine Koch-Brinkmann beobachtet, werde nach wie vor gut angenommen. Dabei gehe der Trend jedoch mehr zur Ehe- als zur allgemeinen Lebensberatung. Ein Großteil der Menschen, die eine solche Beratung in Anspruch nehmen, kommt nach ihren Worten aus Beziehungen, in denen fast gar keine Kommunikation mehr stattfindet. "In solchen Fällen müssen wir erstmal die Ausgangssituation herausfinden - warum der Konflikt entstanden ist", schildert Koch- Brinkmann. Erst wenn man diese Wurzeln erkannt hat, könne man anfangen, die Konfliktsituation zu lösen, die oftmals auch auf andere Streitigkeiten übertragbar sei. Drei bis vier Sitzungen sind in der Regel notwendig, um intensiv mit den Betreffenden zusammenarbeiten zu können und die Probleme richtig zu erkennen. "Oftmals habe ich auch die Erfahrung gemacht", erklärt die neue Leiterin, "dass beide Parteien irgendwo Recht haben, nur nicht zueinander finden." Einfach aus dem Grund, weil es in Beziehungen häufig um Machtkämpfe geht - darum, wer in bestimmten Situationen das Sagen hat und wer bereit ist, nachzugeben. "Das Schöne ist jedoch, dass die Menschen, die zu uns kommen, meist noch Hoffnung haben - also ein klares Ziel vor Augen", erklärt Koch-Brinkmann weiter. Überwiegend wird das Ehe- und Lebensberatungsangebot des Diakonischen Werkes von der "mittleren Altersklasse" angenommen, von Menschen zwischen dem 40. und dem 55. Lebensjahr. Aber auch von Älteren oder Jüngeren wird die Therapeutin aufgesucht. "Manchmal sogar von Jugendlichen, die Probleme mit ihrem Selbstbewusstsein haben oder auch schon in schwierigen Beziehungen stecken", sagt sie. Die Beratungsstelle in der Rintelner Bäckerstraße besteht seit 1990 - und wurde 18 Jahre von Helga Lorenz geleitet. "Die Frage, wer ihre Nachfolge antreten soll war gleichzeitig mit der Frage verknüpft, ob die Stelle überhaupt erhalten werden kann", erklärt Guido Depenbrock. Er ist seit drei Jahren als Ehe- und Lebensberater in Bad Nenndorf, der Außenstelle der Rintelner Station, tägig. Die Ratsuchenden, die seine Sprechzeiten in Anspruch nehmen, kommen überwiegend aus dem nördlichen Bereich des Landkreises. Immer montags (10 bis 11 Uhr) sowie mittwochs und donnerstags (12 bis 14 Uhr) können Betroffene telefonisch Termine unter der Telefonnummer (05751) 962114 vereinbaren. Christine Koch-Brinkmann bietet drei Mal wöchentlich, montags, donnerstags und freitags, Sprechzeiten an; Guido Depenbrock jeden Mittwoch. Uhrzeiten können individuell am Telefon vereinbart werden. Generell dauert eine Ehe- oder Lebensberatung eine Stunde. Das Angebot ist kostenlos, jedoch freut sich das Team des Diakonischen Werkes immerüber Spenden.




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