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Pilotprojekt startet an der Pestalozzischule: Filter schützt Schüler vor Pornografie, Gewalt und Drogen

Hier hat der Internet-Müll keine Chance

Rinteln (clb). Um Kinder und Jugendliche vor den Gefahren des Internets zu schützen, das gerade auf jüngere Menschen eine immer stärkere Macht ausübt, hat die Rintelner Pestalozzischule jetzt einen konkreten Schritt unternommen und den sogenannten "Schulfilter" auf den hauseigenen Computern installiert, der den Schülern den Zugriff auf Seiten mit pornografischen, gewaltverherrlichenden oder rechtsextremen Inhalten verweigert.

Somit nimmt die Pestalozzischule am landesweiten Pilotschulen-Programm zum Kinder- und Jugendschutz im Internet teil, das von der gemeinnützigen "Time for Kids Foundation" in Kooperation mit der Landesinitiative "n-21: Schulen in Niedersachsen online" durchgeführt wird. Die Patenschaft für die Pilotschule hat Schaumburgs Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier übernommen. Bei einem Pressetermin gestern Vormittag hatten sich neben dem Landrat, Schulleiterin Annemarie Näfe sowie Lehrer Jürgen Schürer auch Rolf May, Vertreter des Jugendamtes im Landkreis, Kreisjugendpfleger Walter Ostermeier und Wilhelm Dehne, Leiter des Schulamts im Landkreis, in der Pestalozzischule versammelt, um noch einmal über das Projekt zu sprechen und die neue Software direkt auszuprobieren. Auch Andreas Klett, Geschäftsführer der "Time for Kids Foundation", war extra aus Berlin angereist, um die Anwesenden über den Hintergrund des Projekts, den Filter sowie dessen technischen Einzelheiten aufzuklären. Da Internetseitenüber Pornografie, Gewalt und Drogen im Internet immer mehr zunehmen würden, den Schülern jedoch nur bildungsrelevante Inhalte zur Verfügung stehen sollen, habe man diesen Filter entwickelt, um Lehrer in ihrer Aufsichtspflicht zu entlasten, erklärte Klett. Dieser Filterüberprüft täglich vier Millionen Internetseiten. Nachts findet ein Update statt, sodass er morgens wieder auf dem neuesten Stand ist. Hundertprozentigen Schutz bietet er jedoch nicht, da das Internet zu dynamisch sei und sich ständig erweitere, ergänzte Klett. Trotz des Restrisikos von etwa 5 bis 15 Prozent sei der Filter aber "durchaus hilfreich". "Und ich würde mich freuen, wenn die Pestalozzischule als Signalschule wirken würde und wir noch andere Schulen gewinnen könnten", sagte Klett und fügte hinzu, dass übrigens Eltern solche Internetfilter auch zuhause installieren können. Auch Landrat Schöttelndreier hält es für wichtig, dass Kinder und Jugendliche lernen, mit dem Medium Internet umzugehen und altersspezifisch vor Gefahren geschützt werden. Er warf die Frage auf, ob mit dem Pilotprojekt auch die Eltern erreicht werden, die wirklich betroffen sind. "Hier müssten nach Möglichkeit alle Eltern angesprochen werden." Zugleich machte er deutlich, dass in dieser Generation die Kinder den Eltern immer einen Schritt voraus seien und man sich die Frage stellen müsse, ob die Eltern mit so einem Filter überhaupt umgehen können. Die Pilotschulen haben die Möglichkeit, mit dem Schulfilter sechs Monate lang kostenlos Erfahrungen zu sammeln. In Niedersachsen haben sich bereits Schulen aus über 90 Prozent aller Landkreise und landkreisfreien Städte für dieses Pilotprojekt entschieden. In der Regel übernehmen die Landräte oder Oberbürgermeister diePatenschaft.




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